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The Holy Bible · Luther’s September Testament (1522) · Chapter 99

Romans · Chapter 1

Luther’s September Testament (1522) · chapter 99 of 213 · about 7 min

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- - - - - - - - - - - - - - - [ 223] [ WA.DB 7, 2] Vorrhede auff die Epistel Sanct Paulus zu den Romern.

Djse Epistel ist das rechte hewbtstuckt des newen testaments, vnd das aller lauterst Euangelion, Wilche wol wirdig vnd werd ist, das sie eyn Christen mensch nicht alleyn von wort zu wort auswendig wisse. sondern teglich da mit vmb gehe als mit teglichem brod der seelen, denn sie nymer kan zu viel vnd zu wol gelesen odder betrachtet werden, Vnd yhe mehr sie gehandelt wirt, yhe kostlicher sie wirt, vnnd bass sie schmeckt, Darumb ich auch meynen dienst da zu thun wil, vnd durch dise vorrhede eyn eyngang da zu bereytten, so viel myr Gott verliehen hat, damit sie deste bas von yderman verstanden werde, Denn sie biss her, mit glosen vnd mancherley geschwetz vbel verfinstert ist, die doch an yhr selb eyn helles liecht ist, fast gnugsam die gantze schrifft zu erleuchten.

Auffs erst mussen wyr der sprach kundig werden, vnd wissen, was sanct.

Paulus meynet durch dise wort, Gesetz, Sund, Gnad, Glawb, Gerechtigkeyt, Fleysch, Geyst, vnd der gleychen, sonst ist keyn lesen nutz daran, Das wortlin Gesetz, mustu hie nicht verstehen menschlicher weyse, das eyn lere sey, was fur werck zu thun odder zu lassen sind, wie es mit menschen gesetzen zu gehet, da man dem gesetz mit wercken gnug thut, obs hertz schon nicht da ist, Gott richtet nach des hertzen grundt, darumb foddert auch seyn gesetz des hertzen [ 4] grund, vnd lessit yhm an wercken nicht benugen, sondern strafft viel mehr die werck an hertzen grund gethan, als heucheley vnd lugen, da her alle menschen lugener heyssen Psal. 115. darumb, das keyner aus hertzen grund Gottis gesetz hellt nach hallten kan, denn yderman findet bey sich selbs vnlust zum gutten vnd lust zum bosen, Wo nu nicht freye lust zum gutten, da ist des hertzen grund nicht am gesetz Gottis, da ist denn gewißlich auch sund vnd zorn verdienet bey Got, ob gleych ausswendig viel gutter werck vnd erbars leben scheynen.

Da her schleust S.

Paulus am andern Capitel, das die Juden alle sunder sind, vnd spricht, das alleyn die thetter des gesetzs rechtfertig sind bey Gott, Will da mit, das niemant mit wercken des gesetzs theter ist, sondern sagt viel mehr zu yhnen also, Du lerist man solle nicht ehebrechen vnd du brichst die ehe, Jtem warynnen du richtist eynen andern, darynnen verdampstu dich selbs, weyl du eben das selbs thust, das du richtist, Als solt er sagen, du lebist eusserlich feyn ynn des gesetzs wercken, vnd richtist, die nicht alßo leben, vnd weyssist yderman zu leren, den splitter sihistu ynn der andern auge, aber des balcken ynn deynem auge wirstu nicht gewar, denn ob du wol außwendig das gesetz mit wercken helltist aus furcht der straff oder liebe des lohns, so thustu doch das alles on frey lust vnd liebe zum gesetze, sondern mit vnlust vnd zwang, wolltist lieber anders thun, wenn das gesetze nicht were, Daraus denn sich schleussit, das du von [ 224] hertzen grund dem gesetz feynd bist, was ist denn, das du andere lerist nicht stelen, so du ym hertzen selbs eyn dieb bist, vnd euserlich gern werist, wenn du thurstist? wie wol auch das euserlich werck die lenge nicht nach bleybt bey solchen heuchlern, Also leristu andere aber dich selbs nicht, weyssist auch selb nicht wastu lerist, hast auch das gesetz noch nie recht verstanden, Ja datzu mehret das gesetz die sund, wie er saget am. 5 Capitel, darumb das yhm der mensch nur feynder wyrt, yhe mehr es foddert, des er keyns kan.

Darumb spricht er am siebenden Capitel, das gesetz ist geystlich, Was ist das? Wenn das gesetz leyplich were, so geschehe yhm mit wercken gnug, Nu es aber geystlich ist, thut yhm niemant gnug, es gehe denn von hertzen grund alles was du thust, Aber eyn solchs hertz gibt niemant, denn Gotis geyst, der macht den menschen dem gesetz gleych, das er lust zum gesetz gewynnet von hertzen, vnd hynfurt nicht aus furcht noch zwang, sundern aus freyem hertzen alles thut.

Also ist das gesetz geystlich, das mit solchem geystlichen hertzen will geliebt vnd erfullet seyn, vnd foddert ein solchen geyst, Wo der nicht ym hertzen ist, da bleybt sund, vnlust, feyndschafft widder das gesetze, das doch gut, gerecht, vnd heylig ist. [ 6] So gewehne dich nu der rede, das viel eyn ander ding ist, des gesetzs werck thun, vnd das gesetz erfullen, Des gesetzs werck, ist alles, das der mensch thut vnd thun kan am gesetz, aus seym freyen willen vnd eygen krefften, Weyl aber vnter vnd neben solchen wercken bleybt ym hertzen vnlust vnd zwang zum gesetz, sind solche werck alle verloren, vnd keyn nutz, Das meynet Sanct Paulus am. 3 Cap. do er spricht, durch gesetzs werck wirt fur Got keyn mensch rechtfertig Daher sihistu nu, das die schul zencker vnd sophisten, verfurer sind, wenn sie leren, mit wercken sich zur gnade bereyten, Wie kan sich mit wercken zum guten bereyten, der keyn gut werck, on vnlust vnd vnwillen ym hertzen thut?

Wie soll des werck Gott gelusten, das von vnlustigem vnd widder willigem hertzen gehet? Aber das gesetz erfullen ist, mit lust vnd lieb seyn werck thun vnd frey on des gesetzs zwang Gotlich vnd wol leben, als were keyn gesetz oder straff, Solche lust aber freyer liebe, gibt der heylige geyst ynß hertz, wie er spricht am funfften Capitel Der geyst aber wirt nicht denn alleyn, ynn, mit, vnd durch den glawben an Jhesum Christ geben, wie er ynn der vorrhede sagt, So kompt der glawbe nicht, on alleyne durch Gottis wort oder Euangelion, das Christum predigt wie er ist Gottis son vnd mensch, gestorben vnd aufferstanden vmb vnser willen, wie er am. 3 4 vnd. 10 Capitel sagt.

Daher kompt, das alleyn der glawbe rechtfertig macht vnd das gesetz erfullet, denn er bringet den geyst aus Christus verdienst, der geyst aber macht eyn lustig vnd frey hertz, wie das gesetz fodert, so gehen denn die gutten werck aus dem glawben selber, Das meynet er am. 3 capitel, nach dem er des gesetz werck verworffen hatte, das es lautt, als [ 225] wolt er das gesetz auff heben durch den glawben, Neyn (spricht er) wyr richten das gesetz an durch den glawben, das ist, wyr erfullens durch den glawben. ¶ Sunde heyst ynn der schrifft nicht alleyne das euserliche werck am leybe, sondern alle das gescheffte, das sich mit reget vnd wegt zu dem euserlichen werck, nemlich des hertzen grund mit allen krefften, also, das das wortlin, Thun, soll heyssen, wenn der mensch gantz dahyn fellt vnd feret ynn die sunde, denn es geschicht auch keyn euserlich werck der sund, der mensch fare denn gantz mit leyb vnd seele hynan, Vnd sunderlich sihet die schrifft yns hertz vnd auff die wurtzel vnd hewbt quell, aller sunde, wilchs ist, der vnglaube, ym grund des hertzen, Alßo das, wie der glawbe alleyn rechtfertiget, den geyst vnd lust bringt zu gutten euserlichen wercken, Also sundiget alleyne der vnglawbe, vnd [ 8] bringet das fleysch auff vnd lust zu boßen euserlichen wercken, wie Adam vnd Heua geschach ym paradis Gen. 3 Da her Christus alleyne den vnglauben sund nennet, da er spricht Johan. 16 der geyst wirt die welt straffen vmb die sund, das sie nicht glewben an mich, darumb auch, ehe denn gutte odder bose werck geschehen, als die gutten oder bosen fruchte, mus zuuor ym hertzen da seyn, glawbe odder vnglawb, als die wurtzel, safft vnd heubt krafft aller sunde, wilchs ynn der schrifft auch darumb des schlangen kopff vnd allten trachen hewbt heyst, den des weybs samen Christus, zutretten mus, wie Adam versprochen wart. ¶ Gnade vnd gabe sind des vnterscheyds, das gnade eygentlich heyst, Gottis hulde odder gunst, die er zu vns tregt bey sich selbs, aus wilcher er geneygt wirt, Christum, den geyst mit seynen gaben ynn vns zu gissen, wie das aus dem funfften Capitel klar wirt, da er spricht, gnad vnd gabe ynn Christo etce.

Ob nu wol die gaben vnd der geyst ynn vns teglich zu nehmen vnd noch nicht volkomen sind, das also noch bose luste vnd sund ynn vns vberbleyben, wilche wider den geyst streytten, wie er sagt am. 7 Gala. 5 vnd wie Gen. 3 versprochen ist der hadder zwisschen des weybs samen vnd der schlangen samen, So thut doch die gnade so viel, das wyr gantz vnd fur voll rechtfertig fur Gott gerechnet werden, denn seyne gnade teylet vnd stucket sich nicht, wie die gaben thun, sondern nympt vns gantz vnd gar auff ynn die hulde, vmb Christus vnsers fursprechers vnd mittelers willen, vnd vmb das ynn vns die gaben angefangen sind. Also verstehistu denn das

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