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The Holy Bible · Luther’s September Testament (1522) · Chapter 110

Romans · Chapter 12

Luther’s September Testament (1522) · chapter 110 of 213 · about 4 min

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Herr, sie haben deyne propheten todtet, vnd haben deyne altar außgraben, vnd ich byn alleyn vberblieben, vnd sie stehen myr nach meynem leben. Aber was saget yhm das gotlich antwort? Jch habe myr lassen vberbleyben sieben tausent man, die nicht haben yhre knye beuget fur dem Baal. Also ists auch mit disen vberbliebenen nach der wal der gnaden, ytzt zu diser zeyt ergangen. Jsts aber aus gnaden geschehen, so ist das verdienst nichts, sonst wurde gnade nicht gnade seyn, Jsts aber aus verdienst, so ist die gnade nichts, sonst were verdienst nicht verdienst.

Wie denn nu? das Jsrael gesucht hat, das hat er nicht erlanget, die (die wal) Das ist, die erwelet sind ym volck Gottis. wall aber hats erlanget, Die andern sind verstockt, Jsa. 6 wie geschrieben stehet, Got hat yhn geben eynen stachlichen geyst, augen das sie nicht sehen, vnd oren das sie nicht horen, biß auff den heutigen tag. Vnd Dauid spricht, Laß yhren tisch werden zu eynem strick, psal. 68. vnd zu eyner beruckung, vnd zum ergernis, vnd yhn zur vergeltung, Verblende yhr augen das sie nicht sehen, vnd beuge yhren rucken altzeyt.

So sage ich nu, haben sie darumb angelauffen, das sie fallen solten? das sey ferne, sondern aus yhrem fall ist den heyden das heyl widderfaren, auff das sie an den selben sich eyfferen solten, Denn so yhrer fall der welt [ 64] reychtumb ist, vnd yhr abnemen ist der heyden reychtum, wie viel mehr wer es also, wenn yhr fulle da were?

Mit euch heyden rede ich, Denn die weyl ich der heyden Apostel byn, wil ich meyn ampt preysen, ob ich mocht die meyn fleysch sind, zu eyffern reytzen, vnd yhr etlich selig machen. (verlust) wie das gesetz nicht ist vmb der sund willen zumehren, sondern die selben zurkennenn, Alßo sind die Juden nicht gefallen vmb der heyden besserung willen, sondern das sie zu eyfer gereytzt werden den heyden zufolgen. wie er droben auch das gesetz gutt bekennet, das doch eyn vrsach mehrer sunden umb der Juden fall wol bose ist, vnnd doch ein vrsach des gutten vnter den heyden worden ist. Denn so yhrer verlust der welt versunung were, was were das anders, denn als wenn man das leben von den todten her nehme?

Jst der anbruch heylig, so ist auch der gantze teyg heylig, vnd so die wurtzel heylig ist, so sind auch die zweyge heylig. Ob aber nu etliche von den zweygen zubrochen sind, vnd du, da du eyn wilder olbawm warist, bist vnter sie gepfropfft, vnd teylhafftig worden der wurtzel vnnd des saffts des olbawms, so rhume dich [ 249] nicht widder die zweyge, rhumistu dich aber widder sie, ßo tregistu yhe die wurtzel nicht, sondern die wurtzel tregt dich, So sprichstu, die zweyge sind zebrochen, das ich hyneyn gepfropfft wurde.

Jst wol gered, Sie sind zebrochen vmb yhres vnglawbens willen, du stehest aber durch den glawben, Sey nicht stoltz, sondern furcht dich, hatt Gott der naturlichen zweygen nicht verschonet, das er villeycht deyn auch nicht verschone. Darumb schaw die gutte vnd den ernst gottis, den ernst an denen die gefallen sind, die gute aber an dyr, so fern du an der gute bleybest, sonst wirstu auch abgehawen werden, vnnd yhene, so sie nicht bleyben ynn dem vnglawben, werden sie eyngepfropfft werden, Got kan sie wol widder eynpfropffen.

Denn so du aus dem naturlichen wilden olbawm bist außgehawen, vnd widder die natur ynn den gutten olebawm gepfropfft, wie viel mehr werden die naturlichen eyngepfropfft yn yhren eygen olebawm? Jch wil euch nicht verhalten lieben bruder, dieses geheymnis, auff das yhr nicht bey euch selb klug seyt. Blindheyt ist Jsrael eyns teyls widderfaren, so lange biß die fulle der heyden eyngangen sey, vnnd also das gantz Jsrael selig werde, wie geschrieben stehet, Jsa. 59 Es wirt komen aus Zion der da erlose, vnd abwende, das vngotlich wesen von Jacob, vnd diß ist meyn testament zu yhn, wenn ich yhr sund werd wegnehmen.

Nach dem Euangelion halt ich sie fur feynde, vmb ewren willen, aber nach der wal hab ich sie lieb, vmb der veter willen. Gottis gaben vnd beruffung mugen yhn nicht gerewen, Denn gleycher [ 66] weyse, wie auch yhr, weyland nicht habt gegleubt an Got, nu aber habt yhr barmhertzickeit vbirkomen vber yhrem vnglawben, also auch yhene, haben ytzt nicht wolt glewben an die barmhertzickeyt die euch widderfaren ist, auff das sie auch barmhertzickeit vber kommen, (beschlossen) Merck disen heubtspruch, der alle werck vnnd menschlich gerechtickeyt verdampt, vnnd allein Gottis barmhertzickeyt hebt, durch den glawben zurlangen.

Denn Got hats alles beschlossen vnter dem vnglawben, auff das er sich aller erbarme. O wilche eyn tieffe des reychtumbs, beyde der weyßheyt vnnd der erkentnis Gottis, wie gar vnbegreyfflich sind seyne gericht, vnd vnerforschlich seyne wege. Jsa. 40. Denn wer hat des hern synn erkand? odder wer ist seyn radgebe gewesen? odder wer hat yhm was zuuor geben, das yhm werde widder vergolten? Denn von yhm vnnd durch yhn, vnd zu yhm sind alle ding, yhm sey preyß ynn ewickeyt Amen. Das

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