Matthew · Chapter 13
Luther’s September Testament (1522) · chapter 12 of 213 · about 11 min
An dem selbigen tag, gieng Jhesus aus dem hause vnd satzt sich an das meer, vnd es versamlete sich viel volcks zu yhm, also, das er ynn das schiff tratt vnnd sasß, vnd alles volck stund am vfer, vnd er redte zu yhn mancherley durch gleychnissen, vnnd sprach, Sihe, Es gieng eyn Seemann aus seynen samen zu seen, vnd ynn dem er seet, fiel ettlichs an den weg, da kamen die vogel, vnd frassens auff. Ettlichs fiel ynn das steynichte, da es nicht viel erden hatt, vnd gieng bald auff, darumb das es nitt tieffe erden hatte, als aber die sonne auffgieng, verwelcket es, vnd die weyl es nit wurtzel hatte, ward es durre. Ettlichs fiel vnter die dornen, vnd die dornen wuchsen auff, vnnd ersticktens.
Ettlichs fiel auff eyn gutt land, vnnd gab frucht, ettlichs hundertfeltig, ettlichs sechtzigfeltig, ettlichs dreyssigfeltig, wer oren hat zu horen, der hore. Vnnd die iunger tratten zu yhm, vnnd sprachen, warumb redistu zu yhn durch gleychnisse? Er antwort vnnd sprach, Euch ist geben das yr das geheymnis des hymelreychs vernemet, dissen aber ists nit geben. Denn wer do hatt (wer do hatt) wo das wort gottis verstanden wirt, da mehret es sich vnd bessert den menschen, wo es aber nicht verstanden wird, da nympt es ab vnnd ergert den menschen., dem wirtt gegeben, das er volle genug habe, wer aber nicht hat, von [ 62] dem wirt auch genomen, das er hat.
Darumb rede ich zu yhn durch gleychnisse, denn mit sehenden augen sehen sie nicht, vnd mit horenden oren horen sie nicht, denn sie verstehen es nicht, vnd vbir yhn wirt erfullet die weyssagung Jsaie, Jsai. 6.
Johan. 12 die do sagt, mitt dem gehore werdet yhr horen, vnnd werdt es nicht verstehen, vnd mitt sehenden augen werdet yhr sehen, vnnd werdets nicht vernemen, denn das hertz dises volcks ist verstockt, vnnd yhr oren sind dick worden tzu horen, vnnd yhr augen sind yhn schleffrig worden, auff das sie nicht der mal eyns, mitt den augen sehen, vnnd mit den oren horen, vnnd mitt dem hertzen verstehen, vnd sich bekeren, das ich yhnen hulffe. [ 29] Aber selig sind ewr augen, das sie sehen, vnd ewr oren, das sie horen, warlich ich sage euch, viel propheten vnnd gerechten haben begerd zu sehen das yhr sehet, vnd habens nit gesehen, horen das yhr horet, vnd habens nit gehoret.
So horet nu yhr dise gleychnisse von dem Seemann. Wenn yemant das wortt von dem reych horet, vnd nicht verstehet, so kompt der arge, vnd reysst es hyn, was da geseet ist ynn seyn hertz, vnd der ists, der an dem weg geseet ist. Der aber auff das steynichte geseet ist, der ists, wenn yemant das wort horet, vnd dasselb bald auff nympt mit freuden, aber er hatt nicht wortzeln ynn yhm, sondern er ist wetterwendisch, wenn sich trubsal vnd verfolgung erhebt vmb des worts willen, so ergert er sich balde. Der aber vnter die dornen geseet ist, der ists, wenn yemant das wort horet, vnd die sorge diser welt, vnd betrug des reychtumbs, ersticket das wort, vnd wirt vnfruchtbar.
Der aber ynn das gutte land geseet ist, der ists, wenn yemant das wort horet, vnnd verstehet es, vnd denn auch frucht bringet, vnnd ettlicher gibt hundertfeltig, ettlicher aber sechtzigfeltig, ettlicher dreyssigfeltig.
Er leget yhn eyn ander gleychnus fur, vnnd sprach, das hymel reych ist gleych eynem menschen, der gutten samen auff seynen acker seet, da aber die leutt schlieffen, kam seyn feynd, vnnd seete vnkrautt tzwischen den weytzen, vnnd gieng dauon, da nu das krautt wuchs vnd frucht bracht, da fand sich auch das vnkrautt, da tratten die knechte zu dem haus vatter, vnd sprachen, Herre, hastu nit guten samen auff deynen acker geseet? wo her hatt er denn das vnkraut? vnd er sprach, das hat eyn feyndt than, da sprachen die knechte, wiltu denn das wyr hyn gehen, vnd es aus getten?
Er sprach, Neyn, auff das yhr nit zu [ 64] gleych den weytzen mit aus reuffet, so yhr das vnkraut aus gettet, lasseis beyde mit eynander wachsen bis zu der ernd, vnd zu der ernd zeyt will ich zu den schnyttern sagen, Samlet zuuor das vnkraut, vnd bindt es ynn bundle, das man es verprenne, aber den weytzeu samlet myr ynn meyne scheuren. (senff korn) keyn vrachter wortte ist, denn das Euangelium, vnd doch keyn krefftigers, denn es macht gerecht die so yhm glewben, gesetz vnnd werck thun es nicht. (sawr teyg) ist auch das wortt das den menschen vernewert.
Eyn ander gleychnis leget er yhn fur, vnd sprach, das hymel reych ist gleych eynem senffkorn, das eyn mensch nam vnd seet auff seynen acker, wilchs das kleynist ist vnter allem samen, wenn es aber erwechst, so ist es das grossist vnter dem kol, vnd wirtt eyn bawm das da komen die vogel vnter dem hymel, vnd wonen vnter seynen zweygen Eyn ander gleychnis redet er zu yhn, das hymelreych ist gleych, eynem sawer teyg, den eyn weyb nam vnnd vermengt yhn vnter drey scheffel mehls, bis das es durch vnnd durch versawerte. Psal. 77.
Solchs alles redte Jhesus durch gleychnissen zu dem volck, vnd on gleychnisse redet er nicht tzu yhn, auff das erfullet wurd, das gesagt ist durch den propheten, der do spricht, ich will meynen mund auffthun ynn gleychnissen, vnnd will aus sprechen die heymlickeyt von anfang der wellt. [ 30] Da lies Jhesus das volck von sich, vnd kam heym, vnd seyne iungere tratten zu yhm, vnnd sprachen, sage vns die gleychnisse vom vnkrautt auff dem acker.
Jhesus antwortt vnnd sprach tzu yhn, Des menschen son ists der do guten samen seet, der acker ist die welt, der gutte same sind die kinder des reychs, das vnnkraut sind die kinder der boßheyt, der feynd der sie seet ist der teuffel, die ernd ist das end der welt, die schnytter sind die engel, gleych wie man nu das vnkraut ausgettet vnnd mit fewr verprent, so wirts auch am ende diser wellt gehen.
Des menschen son wirt seyne engel senden, vnd sie werdenn samlenn aus seynem reych alle ergernisse, vnnd die da vnrecht thun, vnnd werden sie ynn den fewrofen werffen, da wirtt seyn heulen vnnd zeenklappen, denn werden die gerechten leuchten wie die sonne, yn yhrs vatters reych, wer oren hatt zu horen, der hore. (schatz) der verborgen schatz ist das euangelium das do yns gnad vnd gerchtickeyt gibt, on vnser verdienst, darumb findt man es, vnnd macht frewd das ist eyn gutt frolich gewissen, welche man mit keynen wercken zu wege bringen mag Ditz euangelium ist auch dis perlen Aber mal ist gleych das hymelreych eynem verborgen schatz ym acker, wilchen eyn mensch fandt, vnnd verbarg yhn, vnd gieng hyn fur freuden vbir dem selbigen, vnnd verkauffte alles was er hatte, vnd kauffte den acker. [ 66] Abermal ist gleych das hymelreych eynem kauffman der gutte perlen suchte, vnd da er eyne kostliche perlen funden hatte, gieng er hynn, vnd verkauffte alles was er hatte, vnnd kauffte die selbigen.
Abermal ist gleych das hymelreych eynem netz das ynß meer geworffen ist, da mit man allerley gattung fahet, wenn es aber vol ist worden, so zihen sie es eraus an das vfer, sitzen vnd lesen die gutten yn eyn gefesß tzu samen, aber die faulen werffen sie hyn, Also wirt es auch am end der welt gehen, die engel werden aus gehen vnnd die bosen von den gerechtenn scheyden, vnd werden sie ynn den fewr ofen werffen, da wirtt seyn heulen vnnd tzeenklappen.
Vnnd Jhesus sprach tzu yhn, habt yhr das alles verstanden? sie sprachen, ia herr, da sprach er, Darumb eyn iglicher schrifftgelerter der zum hymelreych gelert ist, ist gleych eynem haus vatter, der aus seynem schatz newes vnnd alltes (altes) das gesetz (newes) das euangelium. erfur tregt. Vnnd es begab sich, da Jhesus dise gleychnissen vollendet hatte, gieng er von dannen, vnd kam ynn seynn vatterland, vnd leret sie ynn yhren schulen, also auch das sie sich entsatzten vnd sprachen, wo her kompt dißem solche weyßheyt vnnd macht? ist er nicht eyns tzymmermans son?
Heyst nitt seyne mutter Maria? vnnd seyne brudere Jacob, vnd Joses vnd Simon vnd Judas, vnd seyne schwestern, Matth. 6 sind sie nitt alle bey vns? wo her kompt yhm denn das alles? vnnd sie ergerten sich an yhm, Jhesus aber sprach zu yhn. Eyn prophet gillt nyrgend weniger denn da heym vnd bey den seynen, vnd er that da selbs nit viell tzeychen, vmb yhres vnglawbens willen.
Das vierzehende Capitel. [ 31] Zv der zeyt kam das geruchte von Jhesu fur den vierfursten Herodes, 2 Marci. 6 Luce. 3 (vier furst) Judea mitt yhr zu gehor was in vier herschafften teylt, da her man die hern tetrachas, das ist vierfursten nennet vnnd er sprach zu seynen knechten, dißer ist Johannes der teuffer, Er ist von den todten auff erstanden, dar vmb ist seyn thun so gewaltig. 3 Denn Herodes hatte Johannem griffen, gebunden vnd yns gefengnis gelegt, von wegen der Herodias seynes bruders Philipps weyb, 4 denn Johannes hatte zu yhm gesagt, Es ist nit recht, das du sie habest. 5 vnd er hette yhn gern todtet, furcht sich aber fur dem volck, denn sie hielten yhn fur eyn propheten. [ 68] 6 Da aber Herodes seynen iars tag begieng, da tantzete die tochter der Herodias fur yhnen, vnd das gefiel Herodes wol, 7 darumb verhies er yhr mit eynem eyde, er wollt yhr geben, was sie foddern wurde, 8 vnnd als sie tzuuor von yhrer mutter zugericht war, sprach sie, gib myr her auff eyn schussell das hewbt Johannis des teuffers, 9 vnnd der konig wart trawrig, doch vmb des eydis willen vnd der, die mit yhm zu tisch sassen, befalh ers zu geben, 10 vnd schickt hynn vnnd enthewptet Johannes ym gefencknis, 11 vnnd seyn hewbt wart hertragen auff eyner schusselln, vnnd dem meydle gegeben, vnnd sie brachts yhrer mutter. 12 Da kamen seyne iunger, vnnd namen seynen leyp, vnnd begruben yhn, vnnd kamen vnd verkundtigeten das Jesu. 13 Da das Jhesus horete, weych er von dannen auff eynem schiff, ynn eyne wuste alleyne, vnd da das das volck horete, folgete es yhm nach zu fusß aus den stetten, 14 vnnd Jhesus gieng erfur, vnd sahe das grosse volck, vnd es iamerte yhn der selbigen vnnd heylete yhre krancken, 15 Am abent aber, tratten seyne iunger zu yhm, vnd sprachen, ditz ist eyne wuste, vnd die nacht fellt daher, las das volck von dyr, das sie hyn ynn die merckte gehen, vnnd yhnen speyse kauffen, 16 Aber Jhesus sprach zu yhn, Marci. 6 Luce. 9 Johan. 6 Es ist nitt not das sie hyn gehen, gebt yhr yhn zu essen, 17 sie sprachen, wyr haben hie nichts denn funff brot vnnd zween fisch, 18 vnd er sprach, bringt myr sie hye her, 19 vnd er hieß das volck sich lagern auff das gras, vnd nam die funff brott vnnd die zween fisch, vnd sahe auff gen hymel, vnnd sprach den segen vnd brach die brott, vnd gab sie den iungern vnd die iunger gaben sie dem volck, 20 vnd sie assen alle vnd wurden satt, vnd huben auff was vberig bleyb von brocken, zwolff korbe voll. 21 Die aber gessen hatten, der waren bey funff tausent man, on die weybe vnnd kindt. 22 Vnd als bald treyb Jhesus seyne iunger, das sie ynn das schiff tratten vnd fur yhm widder hervber furen, bis er das volck von sich liese, 23 vnd da er das volck von sich gelassen hatte, steyg er auff eynen berg alleyne, das er bette, vnd am abent, war er alleyn daselbs, Marci. 6 Joh. 6 24 vnnd das schiff war schon mitten auff dem meer, vnd leyd nodt von den wellen, denn der wind war yhn widder.
Die nacht teyltt man vorzeytten in vier wachte, der igliche drey stund hatte. 25 Aber ynn der vierden nachtwache, kam Jhesus zu yhn vnd gieng auff dem meer, 26 vnd da yhn die iunger sahen auff dem meer gehen, erschracken sie, [ 70] vnd sprachen, Es ist eyn spugniß, vnd schryen fur furcht, 27 Aber als bald redte Jhesus mit yhn, vnd sprach, seyd getrost, ich byns, furcht euch nicht. [ 32] 28 Petrus aber antwort yhm vnnd sprach, Herre, bistu es, so heyß mich zu dyr komen auff dem wasser, 29 vnnd er sprach, kom her, vnd Petrus trat aus dem schiff, vnnd gieng auff dem wasser, das er zu Jhesu keme. 30 Er sahe aber eynen starcken wind, da erschrack er, vnd hub an zu sincken, schrey vnnd sprach, Herr hilff mir, 31 Jhesus aber recket seyne hand aus, vnnd erwisscht yhn, vnnd sprach zu yhm, o du kleyn glewbiger, warumb zweyfeltistu? 32 vnd traten yn das schiff, vnd der wind leget sich. 33 Die aber ym schiff waren, kamen vnd fielen fur yhn nyder, vnnd sprachen, du bist warlich gottis son, 34 vnd schifften hyn vber, vnnd kamen ynn das land genezareth, 35 vnnd da die leutte am selben ortt seyn gewar wurden, schickten sie auß ynn das gantz land vmbher, vnnd brachten alle vngesunden zu yhm, 36 vnnd baten yhn, das sie nur seynes kleyds sawm anrureten, vnd alle die da anrurten, worden gesundt.
Das