Luke · Chapter 2
Luther’s September Testament (1522) · chapter 37 of 213 · about 6 min
] Es begab sich aber zu der zeytt, das eyn gepott von dem keyser Augustus aus gieng, das alle wellt geschetzt (geschetzt) Schetzen ist hie, das eyn iglicher hatt mussen an zeygen wie viel er vermocht am gutt. wurde, vnd dise schetzung war die aller erste, vnd geschach zur zeytt, da Kyrenios landpfleger yn Sirien war, vnnd es gieng yderman das er sich schetzen lies, eyn iglicher ynn seyne stadt. Da macht sich auff, auch Joseph von Gallilea, aus der stadt Nazareth, ynn das Judisch land, zur stad Dauid, die da heyst Bethlehem, darumb das er von dem hauße vnd geschlecht Dauid war, auff das er sich schetzen ließe mit Maria seynem vertraweten weybe, die gieng schwanger.
Matth. 1 Vnnd es begab sich, ynn dem sie daselbst waren, kam die zeyt das sie geperen sollte, vnnd sie gepar yhren ersten son, vnnd wickelt yhn ynn windel, vnd leget yhn ynn eyn krippen, denn sie hatten sonst keynen raum ynn der herberge.
Vnnd es waren hirtten ynn der selben gegend auff dem feld, bey den hurtten, vnnd hutteten des nachts, yhrer herde, vnnd sihe, der engel des herrnn trat zu yhn, vnd die klarheyt des herren leuchtet vmb sie, vnnd sie furchten sich seer, vnnd der Engel sprach zu yhn, furcht euch nicht, Sehet, ich verkundige euch grosse freude, die allem volck widderfaren wirt, denn euch ist heutte der heyland geporn, wilcher ist Christus der herre, ynn der stadt Dauid, vnnd das habt zum zeychen, yhr werdet finden das kind ynn windel gewickellt, vnd ynn eyner krippen ligen, Vnnd als bald war da bey dem engel, die menge der hymlischen heerscharen, die lobeten Gott, vnd sprachen, (wolgefallen) Das die menschen dauon lust vnd lieb haben werden gegen Gott vnd vnter nander, vnd dasselb mitt danck annemen, vnd dar vber alles mitt freuden, lassen vnd leyden Preys sey Gott ynn der hohe, vnd frid auff erden, vnd den menschen eyn wolgefallen.
Vnd es begab sich, da die Engel von yhn gen hymel furen, sprachen die hirtten vnternander, last vns nu gehen gen Bethlehem, vnd sehen die geschicht, die da geschehen ist, die vns der herre kund than hat, vnd sie kamen eylend, vnnd funden beyde Marian vnnd Joseph vnd das kind ynn der krippen ligen. Da sie es aber gesehen hatten, breytten sie das wortt aus, wilchs zu yhn von disem kind geredt war, vnnd alle fur die es kam, wunderten sich der rede, die yhn die hirten gesagt hatten, Maria aber behielt alle dise [ 218] wortt, vnd bewiget sie ynn yhrem hertzen, vnd die hirtten kereten widderumb, preyseten vnnd lobten Gott vmb alles, das sie gehoret vnd gesehen hatten, wie denn zu yhn gesagt war.
Vnnd da acht tage vmb waren, das das kind beschnytten wurde, da ward seyn name genennet, Jhesus, wilcher genennet war von dem engel, ehe denn er empfangen wart ynn mutter leybe. Vnd da die tage yhrer reynigunge nach dem gesetz Mosi, kamen, Leui. 12 Exodi. 34.
Leui. 12 brachten sie yhn gen Jerusalem, auff das sie yhn dar stelleten dem herren, wie denn geschrieben steht ym gesetze des herren, allerley menlin, das zum ersten die mutter bricht, soll Gotte geheyliget heyssen, vnnd das sie geben das opffer, nach dem gesagt ist ym gesetze des hernn, eyn par turtell tawben, odder zwo iunge tawben. [ 91] Vnnd sihe, Eyn mensch war zu Jerusalem, mit namen, Simeon, vnd der selbige mensch war frum vnd gott furchtig, vnd warttet auff den trost Jsrael, vnnd der heylige geyst war ynn yhm, vnnd yhm war eyn antwort worden von dem heyligen geyst, Er sollt den todt nicht sehen, er hette denn zuuor den Christ des herren gesehen, vnd kam aus anregen des geysts ynn den tempel.
Vnnd da die Elltern das kind Jhesum ynn den tempel brachten, das sie fur yhn thetten, wie man pflegt nach dem gesetz, da nam er yhn auff seyne arme, vnd benedeyet Gott, vnd sprach, Herr, Nu lessistu deynen diener ym fride faren, (frid faren) Das ist, Nu will ich frolich sterben. wie du gesagt hast, denn meyne augen haben deynen heyland gesehen, wilchen du bereyttet hast fur allen volckern, das liecht zur erleuchtung der heyden, vnd zum preyß deynes volcks Jsrael.
Vnnd seyn vatter vnd mutter wunderten sich des, das von yhm geredt wart, vnd Simeon benedeyet sie, vnnd sprach zu Maria seyner mutter, Sihe, diser wirtt gesetzt, zu eynem fall vnd auff stehen, vieler ynn Jsrael, vnd zu eynem zeychen, dem widdersprochen wirt, vnd es wirt eyn schwerd durch deyn seele dringen, auff das vieler hertzen gedancken offinbar werden.
Vnd es war eyne prophetyn, Hanna, eyn tochter Phanuel vom geschlecht Aser, die war wol betaget, vnnd hatte gelebt sieben iar mit yhrem man von yhrer iungfrawschafft an, vnnd war nu eyne wittwe bey vier vnd achtzig iarn, die kam nymmer vom tempel, dienet Gott mit fasten vnd betten tag [ 220] vnd nacht, die selbige trat auch hyntzu, zu der selbigen stunde, vnd preyßete den herrn, vnd redte von yhm zu allen, die da warteten auff die erlosung Jsrael. Vnd da sie alles vollendet hatten nach dem gesetz des herrnn, kereten sie sich widder ynn Galilean, zu yrer stad Nazareth, aber das kind wuchs, vnd wart starck ym geyst, voller weyßheyt, vnd Gottis gnade war bey yhm.
Vnd seyne Elltern giengen alle iar gen Jerusalem, auff das osterfest, vnnd da er zwelff iar allt war, giengen sie hynauff gen Jerusalem, nach gewonheyt des festis, vnd da sie die tage vollendet hatten vnd, giengen widder zu haus, bleyb das kind Jhesus zu Jerusalem, vnnd seyne Ellternn wustens nicht, sie meynten aber er were vnter den geferten, vnd kamen eyne tage reyße, vnd suchten yhn vnter den gefreunten vnd bekanten, vnd da sie yhn nit funden, giengen sie widerumb gen Jerusalem vnd suchten yhn, vnd es begab sich, nach dreyen tagen, funden sie yhn ym tempel sitzen mitten vnter den lerern, das er yhn zu horete, vnd sie fragete, vnd alle die yhm zu horeten, wunderten sich seyns verstands vnd seyner antwort.
Vnd da sie yhn sahen, entsatzten sie sich, vnd seyne mutter sprach zu yhm, meyn son, warumb hastu vns das than? Sihe, deyn vatter vnd ich haben dich mit schmertzen gesucht, vnd er sprach zu yhnen, was ists, das yhr mich gesucht habt? wisset yhr nit, das ich seyn mus, ynn dem das meynes vaters ist? Vnd sie verstunden das wort nit, das er mitt yhn redet, vnd er gieng hynab mit yhnen, vnd kam gen Nazareth, vnd war yhn vnterthan, vnd seyne muter behielt alle diße wort ynn yhrem hertzen, vnnd Jhesus hieb fort an weyßheyt, alter, vnnd gnade bey Got vnd den menschen. [ 92] Das