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The Holy Bible · Luther’s September Testament (1522) · Chapter 44

Luke · Chapter 10

Luther’s September Testament (1522) · chapter 44 of 213 · about 6 min

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Unnd es begab sich, das er war an eynem ortt vnd bettet, vnd da er auff gehoret hatte, sprach seyner iunger eyner zu yhm, Herre lere vns beten, wie auch Johannes seyne iungere lerete, Er aber sprach, wenn yhr bettet, so sprecht, Vnser vater ym hymel, deyn name sey heylig, deyn reych kome, deyn wille geschehe auff erden wie ym hymel, gib vns ymer dar vnser teglich brod, vnnd vergib vns vnsere sunde, denn auch wyr vergeben allen die vns schuldig sind, vnd fure vns nicht ynn versuchung, sondern erlose vns von dem vbel. Matth.

Vnd er sprach zu yhn, wilcher ist vnter euch, der eynen freund hatt, vnd gienge zu yhm zu mitter nacht, vnd spreche zu yhm, lieber freund, leyhe myr drey brodt, denn es ist meyn freundt zu myr komen von der strassen, vnd ich habe nicht, das ich yhm furlege, vnd er drynnen wurde sprechen, mach myr keyn vnruge, die thur ist schon zu schlossen, vnd meyne kindlin sind bey myr ynn der kamer, ich kan nit auff stehen, vnd [ 111] dyr geben, Jch sage euch, vnd ob er nit auff stehet vnd gibt yhm, darumb, das er seyn freund ist, so wirt er doch vmb seynes vnuerschampten geylens willen auff stehen, vnd yhm geben, wie viel er bedarff.

Matth. 7 Johan. 16 Vnd ich sage euch auch, Bittet, so wirt euch gebenn, Sucht, so werdet yhr finden, Klopfft an, so wirt euch auff than, Denn wer do bittet, der nympt, vnd wer do sucht, der findet, vnd wer do an klopfft, dem wirt auff than, Wo bitt vnter euch eyn son den vatter vmbs brod, der yhm eynen steyn dafur biete? vnd so er vmb eynen fisch bittet, der yhm eyn schlangen fur den fisch biete? odder so er vmb eyn ey bittet, der yhm eyn Scorpion da fur biete? So denn yhr, die yhr arg seyt, kund ewren kindern gutte gaben geben, wie viel mehr wirtt der vatter ym hymel den heyligen geyst geben, denen, die yhn bitten?

Vnd er treyb eynen teuffel aus, der war stum, vnd geschach, da der teuffel aus fur, da redte der stumme, vnnd das volck verwunderte sich, Matth. 12 Marci. 3 Ettlich aber vnter yhnen sprachen, Er treybt die teuffel aus, durch Beelzebub [ 264] den vbirsten der teuffel, Die andern aber versuchten yhn, vnd begerten eyn zeychen von yhm, vom hymel, Er aber vernam yhre meynunge, vnnd sprach zu yhnen, Eyn iglich reych, ßo es mit yhm selbs vneyns wirt, das verwustet, vnd eyn haus fellt vber das ander, Jst denn der Satanas auch mit yhm selbs vneyns, wie will seyn reych bestehen? die weyl yhr saget, ich treybe die teuffel aus durch Beelzebub, So aber ich die teuffel durch Beelzebub aus treybe, durch wen treyben sie ewre kinder aus? darumb werden sie ewre richter seyn, So ich aber durch den finger Gottis die teufel aus treybe, so kompt yhe das reych Gottis zu euch.

Wenn eyn starcker gewapneter bewaret seyn haus, so bleybt das seyn mit fryden, wenn aber eyn stercker vber yhn kompt, vnd vbirwindt yhn, so nympt er yhm seynen harnsch, darauff er sich verließ, vnd teylet den raub aus. Wer nicht mit myr ist, der ist widder mich, vnd wer nicht mit myr samlet, der zurstrewet.

Wenn der vnsauber geyst von dem menschen außferet, ßo durchwandlet er durre stette, sucht ruge vnnd findet yhr nicht, so spricht er, Jch wil widder vmbkeren ynn meyn haus, daraus ich gangen byn, vnd wenn er kompt, so findt erß mit besemen gekeret vnd geschmuckt, dann gehet er hyn, vnd nympt sieben geyster zu sich, die erger sind denn er selbs, vnd wenn sie hyneyn komen, wonen sie da, vnd wirt das letzt desselbigen menschen erger denn das erste. Vnnd es begab sich da er solchs redet, erhub eyn weyb ym volck, die stymm, vnnd sprach zu yhm, Selig ist der leyb der dich tragen hatt, vnd die bruste die du gesogen hast, Er aber sprach, ia, selig sind die das wort Gottis horen vnd bewaren.

Das volck aber drang hyntzu, da fieng er an vnnd sagt, Dis ist eyn arge art, sie begert eyn zeychen, vnnd es wirt yhr keyn zeychen [ 112] geben, denn nur das zeychen des propheten Jonas, Jone. 2 denn wie Jonas eyn zeychen war den Niniuiten, also wirt des menschen son seyn disem geschlecht.

Die konigyn vom mittag wirt auff tretten fur dem gericht mit den leutten dises geschlechts, Matth. 12 3 Reg. 12. vnd wirt sie verdamnen, denn sie kam von der weld ende zu horen die weyßheyt Salomonis, vnd sihe, hie ist mehr denn Salomon, Die leutte von Niniue werden auff treten fur dem gericht mitt disem geschlecht, vnd werdens verdamnen, denn sie thetten buß nach der prediget Jonas, vnnd sihe, hie ist mehr denn Jonas. Matth. 6. Niemant zundet eyn liecht an, vnnd setzt es an eyn heymlich ortt, auch nit vnter eynen scheffel, sondern auff den leuchter, auff das wer hyneyn gehe, [ 266] das liecht sehe.

Das auge ist des leybs liecht, wenn nu deyn auge eynfeltig seyn wirt, so ist deyn gantzer leyb liecht, So aber deyn aug eyn schalck seyn wirt, so ist auch deyn leyb finster, So schaw drauff, das nit das liecht ynn dyr, eyn finsternis sey, wenn nu deyn leyb gantz liecht ist, das er keyn stuck vom finsternis hatt, ßo wirt er gantz liecht seyn, vnd wirt dich erleuchten, wie eyn heller blitz.

Da er aber ynn der rede war, bat yhn eyn phariseer, das er mitt yhm das mittags mal esse, vnnd er gieng hyneyn, vnnd satzt sich zu tissch, da das der phariseer sahe, verwundert er sich, das er sich nicht fur dem essen wussch, Der herr aber sprach zu yhm, yhr phariseer reyniget das außwendige am becher vnnd der schusselln, Matth. 23 Aber ewr ynwendigs ist voll rawbs vnd boßheyt, yhr thoren, hatt mans da mitt ynwendig gefertiget, das mans außwendig gefertigt hatt? Doch gebt almosen von ewr habe, sehet, so ists euch alles reyn.

Aber weh euch phariseer, das yhr vertzehendet die myntze vnd rautten, vnd allerley kol, vnd gehet fur dem gericht vber vnd fur der liebe Gottis, Dis sollt man thun, vnd ihenis nicht lassen. Weh euch phariseer, das yhr gern oben an sitzt ynn den schulen, vnd wollt grusset seyn auff dem marckt. Weh euch schrifftgelerten vnd phariseer, yhr heuchler, das yhr seytt wie verdeckte todten greber, daruber die leutt lauffen vnnd kennen sie nicht. Da antwort eyner von den schrifftgelerten, vnd sprach zu yhm, Meyster, mit den worten schmehistu vns auch, Er aber sprach, vnd weh auch euch schrifftgelerten, denn yhr beladet die menschen mit vntreglichen lasten, vnnd yhr rhurte sie nicht mit eynem finger an.

Weh euch, denn yhr bawet der propheten greber, ewer veter aber haben sie todtet, so betzeuget yhr zwar, vnd bewilliget die werck ewer veter, denn sie todten sie, so bawet yhr yhre greber. Matth. 23 Darumb sprach die weyßheyt Gottis, Jch will propheten vnnd Apostel zu yhn senden, vnd der selbigen werden sie ettlich todten vnd verfolgen, auff das gefoddert werde von disem geschlecht aller propheten [ 113] blutt, das vergossen ist, sind der welt grund gelegt ist, von Abels blut an, bis auff das blutt Zacharie, 2 para. 24. der vmb kam zwisschen dem alltar vnnd dem tempel, ia ich sage euch, Es wirt gefoddert werden von disem geschlecht.

Matth. 23 Weh euch schrifftgelerten, denn yhr habt den schlussel der erkentnis entpfangen, yhr seyt nicht hyneyn komen, vnd habt geweret denen, die hyneyn wollten. [ 268] Da er aber solchs zu yhn saget, fiengen an die schrifftgelerten vnd phariseer hartt auff yhn zu dringen, vnd yhm mit mancherley fragen den mund stopffen, vnd laureten auff yhn, vnd suchten, ob sie etwas eriagen kundten aus seynem mund, das sie sach zu ym hetten. Das

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