Luke · Chapter 22
Luther’s September Testament (1522) · chapter 56 of 213 · about 5 min
Aber der Sabbather eynem vor tags komen sie zum grabe, vnd trugen die specerey, die sie bereyttet hatten vnnd ettliche mit yhnen, sie funden aber den steyn abgeweltzt von dem grabe, vnd giengen hyneyn vnd funden den leyb des herren Jhesu nicht, vnnd es begab sich, da sie darumb bekummert waren, sihe, da tratten bey sie zween menner mit glentzenden kleydern, vnd sie erschracken vnnd schlugen yhre angesicht nydder zu der erden, da sprachen die zu yhnen, was sucht yhr den lebendigen bey den todten?
Er ist nicht hie, Er ist aufferstanden, Gedenckt dran, wie er euch saget da er noch ynn Gallilea war, vnd sprach, des menschen son mus vberantwort werden ynn die hend der sunder vnd gecreutzigt werden vnd am dritten tage aufferstehen, vnd sie gedachten an seyne wortt. Vnd giengen vom grabe, vnnd vorkundigten das den eylffen vnnd den andern allen, Es war aber Maria Magdalena vnd Johanna vnd Maria Jacobi vnd andere mit yhnen, die solchs den Apostelln sageten, vnd es dauchten sie yhre wortte eben als werens merlin, vnd glewbten yhn nicht, Petrus aber stund auff, vnd lieff zum grabe, vnd bucket sich hynneyn vnd sahe die linen tucher alleyn liegen vnd gieng dauon, vnd es nam yhn wunder.
Vnnd sehet, zween aus yhnen giengen an dem selbigen tage ynn eyn marckt, das war von Jerusalem sechtzig veld wegsweytt, des namen heyst Em ma hus, vnd sie schwetzten mit eynander von allen dißen geschichten, vnd es geschach, da sie so schwetzten vnd befragten sich miteynander, nahet Jhesus zu yhn, vnd wandellt mit yhn, aber yhre augen worden gehalten, das sie yhn nit erkanten, Er sprach aber zu yhn, was sind das fur rede, die yhr zwischen euch handellt, vnd wandelt, vnd seyt trawrig? Da antwort eyner mit namen Cleopas vnd sprach zu yhm, Bistu alleyn vnter den frembdling zu Jerusalem der nit wisse, was ynn disen tagen drynnen geschehen ist? vnd er sprach zu yhn, wilchs?
Sie aber sprachen zu yhm, das, von Jhesu von Nazareth, wilcher war, eyn prophet, mechtig von thatten vnd wortten fur Gott vnd allem volck, wie yhn vnser hohen priester vnd vbirsten vberantwort haben zum verdamnis des tods vnd gecreutziget, wyr aber hofften, er solte Jsrael erlosen, vnd vbir das alles, ist heutt der dritte tag, das solchs geschehen ist, Auch haben vns [ 322] entsetzt ettliche weyber der vnsern, die sind frue bey dem grabe geweßen, haben seynen leyb nicht funden, komen vnd sagen, sie haben eyn gesicht der Engel gesehen, wilche sagen, [ 136] er lebe, vnnd ettliche vnter vns giengen hyn zum grabe, vnd fundens also, wie die weyber sagten, aber yhn funden sie nicht.
Vnd er sprach zu yhnen, o yhr thoren vnd tregs hertzen zu glewben alle dem, das die propheten geredt haben, Muste nit Christus solchs leyden vnd zu seyner herlickeyt eyngehen? vnd fieng an von Mose vnd allen propheten, vnd leget yhn alle schrifft aus die von yhm gesagt waren, vnd sie kamen nah zum marckt, da sie hyn giengen, vnd er stellet sich als wollte er furtter gehen, vnd sie nottigeten yhn vnd sprachen, bleybe bey vns, denn es will abent werden, vnd der tag hatt sich geneyget, vnd er gieng hyneyn bey yhn zu bleyben.
Vnnd es geschach, da er mit yhn zu tissch sasß, nam er das brod, sprach den segen, brachs, vnd gabs yhn, da wurden yhre augen geofnet, vnd erkenneten yhn, vnnd er verschwand fur yhn, vnd sie sprachen vnternander, Brand nicht vnser hertz ynn vns, da er mit vns redet auff dem weg, als er vns die schrifft offnet? vnd sie stunden zu der selbigen stunde auff, kereten widder gen Jerusalem, vnnd funden die eylffe versamlet, vnnd die bey yhn waren, wilche sprachen, der herr ist warhafftig aufferstanden, vnd Simoni erschynen, vnnd sie ertzeleten yhn, was auff dem wege geschehen war, vnd wie er von yhnen erkandt were, an dem, da er das brod brach.
Da sie aber dauon redten, tratt er selb Jhesus mitten vnter sie, vnd sprach, habt fride, sie erschrocken aber vnd furchten sich, meyneten sie sehen eynen geyst, vnd er sprach zu yhn, was seytt yhr so erschrocken? vnd warumb steygen solch gedancken auff ynn ewr hertz? sehet meyne hend vnd meyne fuesß, ich byns selber, fulet mich vnd sehet, denn eyn geyst hat nit fleysch vnnd beyne, wie yhr sehet, das ich habe, vnd da er das saget, zeyget er yhn hend vnd fusß, Da sie aber noch nit glewbten fur freuden, vnnd sich verwunderten, sprach er zu yhn, habt yhr hie was zu essen? vnd sie legten yhm fur eyn stuck vom gebraten fisch vnd honigseyms, vnnd er nams vnd asß fur yhn.
Er sprach aber zu yhn, das sind die rede die ich zu euch saget, da ich noch bey euch war, denn es mus alles erfullet werden, was von mir geschrieben ist ym gesetz Mosi, ynn den propheten vnnd ynn den psalmen, Da offnet er yhn das verstentnis, das sie die schrifft verstunden, vnd sprach zu yhn, Also ists geschrieben, vnnd also muste Christus leyden vnnd auffer stehen von den todten am dritten tage, vnnd predigen lassen ynn seynem namen, pus [ 324] vnd vergebung der sunde vnter allen volckern, vnnd anheben zu Jerusalem, yhr aber seytt des alles zeugen, vnd sehet, ich will senden auff euch, die verheyssung meynes vatters, yhr aber solt bleyben ynn der stad Jerusalem, bis das yhr an gethan werdet mitt krafft aus der hohe.
Er furet sie aber hynaus bis gen Bethanien, vnd hub die hend auff, vnd segnet sie, vnd geschach, da er sie segnet, tratt er von yhn, vnd fur auff gen hymel. Sie aber betten yhn an, vnd kereten wider gen Jerusalem mit grosser freude, vnd waren allwege ym tempel, lobeten vnd benedeyeten Gott. Das ende des Euangeli S. Lucas.