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The Holy Bible · Luther’s September Testament (1522) · Chapter 65

John · Chapter 11

Luther’s September Testament (1522) · chapter 65 of 213 · about 5 min

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. Es lag aber eyner kranck, mit namen Lazarus von Bethanian ynn dem flecken Maria vnd yhrer schwestern Martha, Maria aber war, die, den herrn gesalbet hatte mit salben vnd seyne fusß getrocket mit yhrem har, der selbigen bruder Lazarus lag kranck, da sandten seyne schwestern zu yhm vnd liessen yhm sagen, Herre, sihe, den du lieb hast, der ligt kranck, Da Jhesus das horet, sprach er, die krancheyt ist nicht zum tod, sondern zum preyß Gottis, das der son Gottis da durch preyset werde, Jhesus aber hatte Martham lieb vnnd yhre schwester vnd Lazaron, Als er nu horet, das er kranck war, bleyb er zween tage an dem ortt da er war.

Darnach spricht er zu seynen iungern, last vns widder ynn Judean zihen, Seyne iunger sprachen zu yhm, meyster, Jhenes mal wollten die Juden [ 372] dich steynigen, vnnd du willt widder dahyn? Jhesus antwort, sind nicht des tages zwelff stund?

Wer des tages wandelt, der stost sich nit, denn er sihet das liecht diser wellt, Wer aber des nachts wandellt, der stost sich, denn es ist keyn liecht ynn yhm, Solchs sagt er, vnd darnach spricht er zu yhn, Lasaros vnser freund ist entschlaffen, aber ich gehe hyn, das ich yhn auffwecke, Da sprachen seyne iunger, Herre ist er entschlaffen, so wirts besser mit yhm, Jhesus aber saget von seynem todt, sie meyneten aber, er redet vom leyplichen schlaff, Da sagts yhn Jhesus frey er aus, Lazarus ist gestorben, vnd ich byn fro, vmb ewren willen, das ich nicht da gewesen bynn, das yhr glewbet, Aber last vns zu yhm zihen, Da sprach Thomas, der genennet ist, Zwilling, zu den iungern, last vns mit zihen, das wyr mit yhm sterben.

Da kam Jhesus, vnd fand yhn, das er schon vier tage ym grabe gelegen war, Bethania aber war nah bey Jerusalem, bey funfftzehen feld wegs, vnnd viel Juden waren zu Marthan vnd Marian komen, sie zu trosten vbir yhrem bruder, Als Martha nu horet, das Jhesus kompt, gehet sie yhm entgegen, Maria aber bleyb da heym sitzen.

Da sprach Martha zu Jhesus, Herre, weristu hie gewesen, meyn bruder were nicht gestorben, Aber ich weys auch noch, das, was du bittest von Gott, das wirt dyr Gott geben, Jhesus spricht zu yhr, [ 156] deyn bruder soll aufferstehen, Martha spricht zu yhm, ich weys wol, das er aufferstehen wirt, ynn der aufferstehung am Jungsten tage, Jhesus sprach zu yhr, Jch bynn die aufferstehung vnd das leben, wer an mich glewbt, der wirt leben, ob er gleich sturbe, vnd wer do lebt vnd glewbt an mich, der wirt nit sterben ewiglich, Glewbistu das? sie spricht zu yhm, herre, iah, ich hab glewbt, das du bist Christus der son Gottis, der ynn die wellt komen soll.

Vnd da sie das gesagt hatte, gieng sie hyn, vnd rieff yhrer schwester Maria heymlich, vnd sprach, der meyster ist da vnd rufft dir. Die selbige, als sie das horet, stund sie eylend auff vnnd kam zu yhm, denn Jhesus war noch nit ynn den flecken komen, sondernn war noch an dem ortt, da yhm Martha war entgegen komen, Die Juden, die bey yhr ym hauße waren vnd trosten sie, da sie sahen, Mariam, das sie eylend auffstund vnd hynaus gieng, folgeten sie yhr nach, vnd sprachen, sie gehet hyn zum grabe, das sie daselbs weyne. Als nu Maria kam, da Jhesus war, vnd sahe yhn, fiel sie zu seynen fussen vnnd sprach zu yhm, Herre, weristu hie gewesen, meyn bruder were nit gestorben.

Als Jhesus sie sahe weynen vnd die Juden auch weynen die [ 374] mit yhr kamen, ergrymmet er ym geyst, vnd schuttert sich, vnd sprach, wo habt yhr yhn hyn gelegt? sie sprachen, Herre kom vnd sih es, vnd Jhesu giengen die augen vber, Da sprachen die Juden, Sihe wie hatt er yhn so lieb gehabt, Etlich aber vnter yhn sprachen, hatt er dem blinden die augen auff than, kund er denn nitt verschaffen, das auch diser nit sturbe, Jhesus aber ergrymmet abermal ynn yhm selbs, vnd kam zum grabe, Es war aber eyn klufft, vnd eyn steyn drauff gelegt.

Jhesus sprach, hebt den steyn ab, spricht zu yhm Martha die schwester des verstorbenen, Herre, er stinckt schon, denn er ist viertagig, Jesus spricht zu yhr, hab ich dyr nit gesagt, so du glawben wurdest, du soltist die herlickeyt Gottis sehen, Da huben sie den steyn ab, da der verstorbene lag, Jhesus aber hub seyne augen empor, vnd sprach, vatter ich dancke dyr, das du mich horet hast, doch ich weys, das du mich alltzeyt horist, sondern vmb des volcks willen, das vmbher steht, hab ichs gesagt, das sie glewben, du habest mich gesand.

Da er das gesagt hatte, schrey er lautt, Lazare kum eraus, vnnd der verstorbene kam er aus, gepunden mit grabtuchern an fussen vnd henden, vnnd seyn gesicht verhullet mit eynem schweys tuch, Jhesus spricht zu yhn, loset yhn auff, vnd lasset yhn gehen, Viel nu der Juden, die zu Maria komen waren, vnd sahen, was Jhesus thett, glewbten an yhn, Etlich aber von yhn, giengen hyn zu den phariseern, vnd sagten yhn was Jhesus than hatte. Da versamleten die hohen priester vnd die phariseer eynen rad, vnd sprachen, Was thun wyr? diser mensche thutt viel zeychen, lassen wyr yhn also, so werden sie alle an yhn glewben, so komen die Romer, vnd nemen vns land vnd leut.

Eyner aber, vnter yhn, Caiphas, der des selbigen iars hoher priester war, sprach zu yhn, yhr wisset nichts, bedenckt auch nichts, Es ist vnns besser, eyn mensche sterbe fur das volck, denn das das gantze volck verderbe, Solchs aber redet er nicht, von sich selbs, sondernn, die weyl er desselbigen iars hoher priester war, weyssagt er, Denn Jhesus sollte sterben fur das volck, vnd nicht fur [ 157] das volck alleyne, sondern, das er die kinder Gottis, die zur strawet waren, zu samen brechte, Von dem tage an, radschlugen sie wie sie yhn todten.

Jhesus aber wandelte nit mehr frey vnter den Juden, sondern gieng von dannen, ynn eyne gegent, nah bey der wusten, ynn eyne stad, genand, Ephrem, vnnd hatte seyn wesen da selbs mit seynen iungern, Es war aber nahe die ostern der Juden, vnd es giengen viel hynauff gen Jerusalem aus der gegent fur den ostern, das sie sich reynigten, da stunden sie vnd fragten nach Jhesu, vnnd redten miteynander ym tempel, was dunckt euch, das er [ 376] nicht kompt auff das fest? Es hatten aber die hohen priester vnd phariseer lassen eyn gepot aus gehen, so yemant wuste, wo er were, das ers antzeyget, das sie yhn griffen. Das

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