The Bible Software
The Holy Bible · Luther’s September Testament (1522) · Chapter 66

John · Chapter 12

Luther’s September Testament (1522) · chapter 66 of 213 · about 5 min

← Chapter 65Chapter 67 →

Sechs tage fur den ostern, kam Jhesus gen Bethanian, da Lazaros war der verstorbene, wilchen Jhesus aufferwecket hatte von den todten, daselbs machten sie yhm eyn abent mal, vnnd Martha dienete, Lazarus aber war eyner, die mit yhm zu tissch sassen, Da nam Maria eyn pfund salben, von vngefelsschter kostlicher Narden, vnd salbet seyne fusse, vnnd trocket mit yhren haren seyne fusse, Das haus aber ward voll vom geruch der salben, Da sprach seyner iunger eyner, Judas Simonis son Jschariothes, der yhn hernach verrieth, Warumb ist dise salbe nit verkaufft vmb dreyhundert pfennige, vnd den armen geben?

Das saget er aber, nicht das er nach den armen fraget, sondern er war eyn dieb, vnd hatte den beuttell, vnd trug was geben wart, Da sprach Jhesus, las sie mit friden, solchs hatt sie behallten zum tage meyner begrebnis, denn, armen habt yhr alletzeyt bey euch, mich aber habt yhr nicht alletzeyt. Da erfur viel volcks der Juden, das er da selbs war, vnd kamen, nit vmb Jhesus willen allein, sondern auch das sie Lazarum sehen, wilchen er von todten erweckt hatte, Aber die hohen priester trachten darnach das sie auch Lazarum todten, denn vmb seinen willen giengen viel Juden hyn vnd glewbten an Jhesum.

Des andern tags viel volck, das auffs fest komen war, horet, das Jhesus kompt gen Jerusalem, vnnd namen palmen zweyge, vnnd giengen hynaus yhm entgegen, vnd schryen, Hosianna, gebenedeyet ist, der da kompt ynn dem namen des hern, eyn konig von Jsrael, Jhesus aber vbirkam eyn eselin, vnd reyt drauff, wie denn geschrieben stehet, Furcht dich nicht, du tochter Zion, sihe, deyn konig kompt reytten auff eynem esells fullen, Solchs aber verstunden seyne iunger zuuor nicht, Matth. 21 Marci. 11 Luce. Psal. 117.

Zachar. 9 sondern da Jhesus vorkleret wart, da dachten sie dran, das solchs war von yhm geschrieben, vnd solchs yhm than hatten. 17 Das volck das mit yhm war, da er Lazarum aus dem grabe rieff, vnnd von den todten aufferweckt, rumbte die thatt, 18 darumb begegnet yhm [ 378] auch das volck, das sie horeten, er hette solchs zeychen than, 19 Die phariseer aber sprachen vnternander, yhr sehet, das wyr nichts außrichten, alle wellt laufft yhm nach. [ 158] Es waren aber ettlich kriechen, vnter denen die hynauff komen waren, das sie anbetten auff das fest, die tratten zu Philippo der von Bethsaida aus Gallilean war, baten yhn vnd sprachen, Herre, wyr wolten Jhesum gerne sehen, Philippus kompt vnd sagts Andrean, vnd Philippus vnnd Andreas sagens weytter Jhesu, Jhesus aber antwort yhn, vnd sprach, Die zeytt ist komen, das des menschen son verkleret werde.

Warlich warlich sage ich euch, Es sey denn, das das weytzen korn ynn die erden falle, vnnd ersterbe, ßo bleybts alleyne, Matth. 16 Marci. 8 Luce. 9 wo es aber erstirbt, so bringts viel frucht, Wer seyn leben lieb hat, der wirts verlieren, vnd wer seyne leben auff dißer wellt hasset, der wirts erhallten zum ewigen leben, Wer myr dienen wyll, der folge myr nach, vnd wo ich byn, da soll meyn diener auch seyn, vnd wer myr dienen wirt, den wirt meyn vater ehren. Jtzt ist meyne seele erschrocken, vnd was soll ich sagen? vater hilff myr aus diser stunde, doch darumb byn ich ynn diße stunde komen, Vater preyse deynen namen. Da kam eyn stym von hymel, Jch habe yhn preyset vnd will yhn abermal preyßen.

Da sprach das volck, das da bey stund vnd zuhoret, Es donnerte, Die andern sprachen, Es redte eyn engel mit yhm, Jhesus antwort vnnd sprach, dise stym ist nicht vmb meynen willen geschehen, sondern vmb ewren willen.

Jtzt gehet das gericht vbir die wellt, Nu wirt der furst diser wellt außgestossen werden, vnd ich, wenn ich erhohet werde von der erden, so will ich sie alle zu mir zyhen, Das saget er aber, zu deutten, wilchs todts er sterben wurde, Da antwort yhm das volck, wyr haben gehort ym gesetz, das Christus ewiglich bleybe, vnnd wie sagistu denn, Des menschen son mus erhohet werden? 1 paralip. 17. wer ist diser menschen son? da sprach Jhesus zu yhn, Es ist das liecht noch eyn kleyne zeytt bey euch, wandellt die weyl yhr das liecht habt, das euch die finsternis nit vber fallen, wer ym finsternis wandelt, der weys nicht wo er hyn gehet, glewbt an das liecht die weyl yhrs habt, auff das yhr des liechts kinder seyt.

Solchs redet Jhesus, vnnd gieng weg, vnd verbarg sich fur yhn, Vnd ob er wol solche zeychen fur yhn thet, glewbten sie doch nicht an yhn, auff das erfullet wurde der spruch des propheten Jsaia den er saget, Herre, wer glewbt vnserm predigen? vnnd wem ist der arm des herrn offinbart?

Jsa. 53 Jsa. 6 darumb kundten sie nicht glewben, denn Jsaias saget abermal, Er hat yhr augen [ 380] verblendet, vnnd yhr hertz verstockt, das sie mit den augen nit sehen, noch mit dem hertzen vernemen, vnd sich bekeren, vnd ich sie selig mechte, Solchs saget Jsaias da er seyne herlickeyt sahe, vnd redte von yhm, Doch der vbirsten glewbten viel an yhn, aber vmb der phariseer willen bekandten sies nicht, das sie nit yn den bann than wurden, denn sie hatten lieber den preys bey den menschen, denn bey Gott.

Jhesus aber schrey vnnd sprach, wer an mich glewbt, der glewbt nicht an mich, sondern an denen, der mich gesand hatt, vnd wer mich [ 159] sihet, der sihet denen, der mich gesand hat, Jch byn komen ynn die wellt eyn liecht, auff das, wer an mich glewbt, nit ym finsternis bleybe, vnnd wer meyne wort horet, vnd glewbt nicht, den werd ich nicht richten, Denn ich byn nicht komen, das ich die wellt richte, sondernn das ich die wellt selig mache, wer mich veracht, vnnd nympt meyne wort nit auff, der hatt schon der yhn richtet, das wort, wilchs ich geredt habe, das wirtt yhn richten am iungsten tage, denn ich habe nit von myr selber geredt, sondern der vatter der mich gesand hatt, der hat myr eyn gepott geben, was ich thun vnd reden soll, vnd ich weys, das seyn gepott ist das ewige leben, darumb was ich rede, das rede ich also, wie myr der vatter gesagt hat.

Das

← Chapter 65Chapter 67 →