John · Chapter 15
Luther’s September Testament (1522) · chapter 69 of 213 · about 3 min
. Jch byn eyn rechter weynstock, vnd meyn vatter eyn weyngertner, Ein iglichen reben an mir, der nicht frucht bringt, wirt er abschneytten, vnd eyn iglichen der da frucht bringt, wirt er reynigen, das er mehr frucht bringe, Yhr seyt itzt reyn vmb des worts willen das ich zu euch geredt habe, Bleybt ynn mir, vnd ich ynn euch, Gleych wie der rebe kan nit frucht bringen von yhm selber, er bleyb denn am weynstock, also auch yhr nicht, yhr bleybt denn ynn myr.
Jch bynn der weynstock, yhr seyt die reben, Wer ynn myr bleybt, vnd ich ynn yhm, der bringt viel frucht, denn on mich kund yhr nichts thun, wer nicht ynn myr bleybt, der wirt weg geworffen, wie eyn rebe, vnd verdorret, vnd man samlet sie, vnd wirfft sie yns fewr vnd verbrennet sie, So yhr ynn mir bleybt, vnd meyne wort ynn euch bleyben, werdet yhr bitten was yhr wollt, vnd es wirt euch widderfaren, Darynnen wirt meyn vatter preyset, das yhr viel frucht bringet, vnd werdet meyne iunger.
Gleych wie mich meyn vatter geliebet hat, also hab ich euch auch geliebt, bleybt ynn meyner liebe, So yhr meyn gepot haltet, so bleybt yhr ynn meyner liebe, gleich wie ich meynes vaters gepot gehalten habe, vnnd bleybe ynn seyner liebe, Solchs hab ich zu euch geredet, auff das meyn freud ynn euch bleybe, vnd ewr freud volkomen werde. Das ist meyn gepot, das yhr euch vnternander liebet, gleych wie ich euch geliebt habe, Niemant hatt grosser liebe, denn die, das er seyn leben lesset fur seyne freunde, yhr seyt meyne freund, so yhr thut, was ich euch gepiete, Jch sage hynfurt nit das yhr knechte seyt, denn eyn knecht weys nicht was seyn herre thut.
Euch aber hab ich gesagt, das yhr freunde seytt, Denn alles was ich hab von meynem vater gehoret, hab ich euch kund than. [ 390] Yhr habt mich nit erwelet, sondern ich hab euch erwelet, vnnd gesetzt, das yhr hyngehet vnd fruchte bringt, vnnd ewre frucht bleybe, auff das, so yhr den vater bitet ynn meynem namen, das ers euch gebe.
Das gepiete ich euch, das yhr euch vnternander liebet, So euch die wellt hasset, so wisset, das sie mich vor euch gehasset hat, weret yhr von der welt, so hette die wellt das yhre lieb, die weyl aber yhr nicht seyt von der welt, sondern ich habe euch von der wellt erwelet, darumb [ 163] hasset euch die wellt, Matth. 10 Luce. 6 Gedenckt an meyn wort, da ich euch gesagt habe, der knecht ist nicht grosser denn seyn herr, haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen, haben sie meyn wort gehalten, so werden sie ewris auch halten.
Aber das alles werden sie euch thun vmb meynes namens willen, denn sie kennen den nicht, der mich gesand hat, Wenn ich nicht komen were, vnd hets yhn gesagt, (keyne sunde) Das ist gesagt auff die weyße, wie Ezech. 18 sagt, das eyn yglicher vmb seyner eygen sund willen sterben wirt.
Denn durch Christum ist die erbsund auffgehaben, vnd verdampt nach Christus zukunfft niemandt mehr, denn wer sie nicht lassen, das ist, wer nicht glewben wil. so hetten sie keyne sunde, Nu aber konnen sie nichts furwenden yhr sund zu entschuldigen, Wer mich hasset, der hasset auch meynen vatter, Hette ich nicht die werck than vnter yhn, die keyn ander than hat, so hetten sie keyn sunde, Nu aber haben sie es gesehen vnd doch beyde mich vnd meynen vatter gehasset, Doch das erfullet werd der spruch ynn yhrem gesetz geschriben, Psal. 34.
Sie haben mich on vrsach gehasset, Wenn aber der troster komen wirt, wilchen ich euch senden werd vom vater, der geyst der warheyt, der vom vater aus gehet, der wirt zeugen von myr, vnd yhr werdet auch zeugen, denn yhr seytt von anfang bey myr gewesen. Das