John · Chapter 16
Luther’s September Testament (1522) · chapter 70 of 213 · about 7 min
. Solchs hab ich zu euch gered, das yhr euch nicht ergert, Sie werden euch ynn den ban thun, Es kompt die zeyt, das wer euch todtet, wirtt meynen, er thu Gott eynen dienst dran, vnd solchs werden sie euch darumb thun, das sie wider meynen vatter noch mich erkand haben, Aber solchs hab ich zu euch geredt, auff das, wenn die zeytt komen wirt, das yhr dran gedenckt, das ichs euch gesagt habe, Solchs aber habe ich euch von anfang nit gesagt, denn ich war bey euch. Nu aber gehe ich hyn zu dem der mich gesand hat, vnd niemant vnter euch fraget mich, wo gehistu hyn?
Sondern die weyl ich solchs zu euch geredt habe, ist ewer hertz trawrens voll worden, Aber ich sage euch die warheyt, Es ist euch besser, das ich hyn gehe, Denn so ich nicht hyn gehe, so kompt [ 392] der troster nit zu euch, so ich aber gehe, will ich yhn zu euch senden, vnd wenn der selbige kompt, der wirt die welt straffen, (vmb die sund) welt, natur, vernunfft ect. weyß nicht, das vnglawb, sund, vnnd glawb, gerechtickeyt, vnd Gottis gericht gestrenge sey, sondern mit wercken wollen sie frum werden, vnd sunde vertreyben.
Darumb straft der heylig geist ym Euangelio, es sey alles sund, was nicht glawbe ist, vnd musse durch Gottis gericht verdampt werden. vmb die sund, vnd vmb die gerechtigkeyt, vnd vmb das gerichte. Vmb die sund, das sie nicht glewben an mich, Vmb die gerechtickeit aber, das ich zum vater gehe, vnd yhr mich fort nit sehet, Vmb das gericht, das der furst diser wellt gerichtet ist.
Jch hab euch noch viel zu sagen, aber yhr kundts itzt nicht tragen, wenn aber ihener, der geyst der warheyt komen wirt, der wirt euch ynn alle warheyt leytten, denn er wirt nit von yhm selber reden, sondern was er horen wirt, das wirt er reden, vnd was zukunfftig ist, wirt er euch verkundigen, der selb wirt mich preysen, denn von dem meynen wirt ers nehmen, vnd euch verkundigen, Alles was der vater hat das ist meyn, darumb hab ich gesagt, er wirts von dem meynen nehmen, vnd euch verkundigen.
Vbir eyn kleynes, so werdet yhr mich nit sehen, vnnd aber vbir eyn kleynis, so werdet yhr mich sehen, denn ich gehe zum vater, Da sprachen ettlich vnter seynen iungern vnternander, was ist dis, das er saget [ 164] zu vns, vbir eyn kleynes, so werdet yhr mich nicht sehen, vnd aber vbir eyn kleynes, so werdet yhr mich sehen, vnd das ich zum vater gehe?
Da sprachen sie, was ist dis, das er sagt, vbir eyn kleynis? wyr wissen nit was er redet, Da merckt Jhesus, das sie yhn fragen wollten, vnd sprach zu yhn, dauon fraget yhr vnternander, das ich gesagt hab, vbir eyn kleyns, so werdet yhr mich nit sehen, vnd aber vbir eyn kleynes, werdet yhr mich sehen, Warlich warlich, ich sage euch, yhr werdet weynen vnnd heulen, aber die welt wirt sich frewen, yhr aber werdet trawrig seyn, doch ewr traurickeyt soll zur freud werden.
Eyn weyb, wenn sie gepirt, hatt sie traurickeyt, denn yhre stund ist komen, wenn sie aber das kind geporn hat, denckt sie nit mehr an die angst, vmb der freude willen, das der mensch zur wellt geporn ist, vnd yhr habt auch nu traurickeyt, aber ich will euch widder sehen, vnd ewr hertz soll sich frewen, vnnd ewere frewde soll niemant von euch nehmen, vnnd an dem selben tage, werdet yhr mich nichts fragen, warlich warlich ich sage euch, so yhr den vater etwas bitten werdet ynn meynem namen, so wirt ers euch geben, Biß her habt yhr nichts gepeten ynn meynem namen, Bittet, ßo werdet yhr nehmen, das ewr freud vollkomen sey.
Solchs hab ich zu euch durch sprichwort geredt, Es kompt aber die zeytt, das ich nicht mehr durch sprich wort mit euch reden werde, sondern euch frey eraus verkundigen von meynem vater, An dem selben tage werdet yhr bitten ynn meynem namen, Vnnd ich sage euch nicht, das ich den vater fur euch [ 394] bitten will, denn er selb der vater hatt euch lieb, darumb das yhr mich geliebet habet, vnd geglewbt, das ich von Gott aus gangen byn, Jch byn von Gott aus gangen, vnd komen ynn die wellt, Widderumb verlas ich die wellt, vnd gehe zum vater.
Sprechen zu yhm seyne iunger, sihe, nu redistu frey er aus vnd sagest keyn sprichwort, Nu wyssen wyr, das du alle ding weyssist, vnd bedarffist nit, das dich (yemand frage) Das ist, man darff dich nicht fragen das du dauon etwas lerist. yemand frage, darumb glewben wyr, das du von Gott aus gangen bist, Jhesus antwort yhn, itzt glewbt yhr, sehet, es kompt die stund, vnd ist schon komen, das yhr zu strawet werdet eyn iglicher ynn das seyne, vnd mich alleyne lasset, vnd ich byn nit alleyne, denn der vater ist bey myr. Solchs hab ich mit euch geredt, Das yhr ynn myr fride habet, ynn der wellt habet yhr angst, aber seyd getrost, ich habe die welt vbir wunden. Das Siebentzehend Capitel.
Solchs redet Jhesus, vnd hub seyne augen auff gen hymel, vnnd sprach, vater, die stund ist hie, das du deynen son verklerest, auff das dich deyn son auch verklere, 2 gleych wie du yhm hast macht geben vber alles fleysch, auff das er das ewige leben gebe allen die du yhm geben hast, 3 Das ist aber das ewige [ 165] leben, das sie dich, das du alleyn warer Gott bist, vnnd den du gesand hast, Jhesu Christ, erkennen. 4 Jch habe dich verkleret auff erden, vnd vollendet das werck, das du myr geben hast, das ich thun sollt, 5 vnd nu verklere mich du vater, bey dyr selbs, mit der klarheyt, die ich fur dyr hatte, ehe die wellt war, 6 Jch habe deynen namen offenbart den menschen, die du myr von der welt geben hast, sie waren deyn, vnd du hast sie myr geben, vnnd sie haben deyn wort behallten, 7 Nu wyssen sie, das, alles was du myr geben hast, sey von dyr, 8 denn die wort, die du myr geben hast, hab ich yhn geben, vnd sie habens angenommen vnnd erkand warhafftig, das ich von dyr außgangen byn, vnd haben glewbt, das du mich gesand hast. 9 Jch bitte fur sie, vnnd bitte nicht fur die wellt, ßondern fur die du myr geben hast, denn sie sind deyn, 10 vnd alles was meyn ist das ist deyn, vnd was deyn ist das ist meyn, vnd ich byn ynn yhn verkleret, 11 vnd ich byn nicht mehr ynn der wellt, vnd sie sind ynn der wellt, vnnd ich kome zu dyr, Heyliger vatter, erhallt sie ynn deynem namen, die du myr geben hast, das sie eynes seyn, gleych wie wyr, 12 Die weyl ich bey yhn war ynn der wellt, erhielt ich sie ynn deynem namen, Die du myr geben hast, die hab ich [ 396] bewaret, vnd ist keyner von yhn verloren, denn nur das verlorne kindt, das die schrifft erfullet werde. 13 Nu aber kome ich zu dyr, vnd rede solchs ynn der wellt, auff das sie ynn yhn haben meyne freud volkomen, 14 ich hab yhn geben deyn wortt, vnd die wellt hasset sie, denn sie sind nicht von der welt, 15 Jch bitte nit, das du sie von der wellt nehmist, sondern das du sie bewarist fur dem vbel, 16 sie sind nicht von der wellt, gleych wie auch ich nicht von der wellt byn, 17 Heylige sie ynn deyner warheyt, deyn wort ist die warheyt, 18 gleych wie du mich gesand hast ynn die wellt, so hab ich sie auch ynn die wellt gesand, 19 ich heylige mich selb fur sie, auff das auch sie geheyliget seyen ynn der warheytt 20 Jch bitte aber nicht fur sie alleyne, sondern auch fur die, ßo durch yhr wort an mich glewben werden, 21 auff das sie alle eynis seyen, gleych wie du vater ynn myr, vnd ich ynn dyr, das auch sie ynn vns eynis seyen, auff das die wellt glewbe, du habst mich gesand, 22 Vnd ich hab yhn geben die klarheyt, die du myr geben hast, das sie eynis seyen, gleych wie wyr eynis sind, 23 ich ynn yhnen, vnd du ynn myr, auff das sie volkomen seyen ynn eynis, vnd die welt erkenne, das du mich gesand hast, vnd habst sie geliebt, gleych wie du mich geliebt hast. 24 Vater, ich wil, das, wo ich byn, auch die seyen, die du myr geben hast, das sie die klarheyt sehen, die du myr geben hast, denn du hast mich geliebt ehe denn die wellt gegrundet wart, 25 gerechter vater, die wellt hat dich nicht erkand, ich aber habe dich erkandt, vnd diße haben erkand, das du mich gesand hast, 26 vnd ich habe yhn deynen namen kund than, vnnd will yhn kund thun, auff das die liebe, da mit du mich geliebt hast, sey ynn yhn, vnd ich ynn yhn. [ 166] Das