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The Holy Bible · Luther’s September Testament (1522) · Chapter 71

John · Chapter 18

Luther’s September Testament (1522) · chapter 71 of 213 · about 5 min

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Da nam Pilatus Jhesum vnd geyssellt yhn, vnnd die kriegs knecht flochten eyne krone von dornen, vnd setzeten sie auff seyn hewbt, vnd legten yhm eyn purpurkleyd an, vnnd sprachen, sey gegrusset lieber konig der Juden, vnd schlugen yhn yns angesicht, Da gieng Pilatus widder [ 402] eraus, vnnd sprach zu yhn Sehet, ich fur yhn eraus zu euch, das yhr erkennet das ich keyne schuld an yhm finde, Also gieng Jhesus eraus, vnd trug eyn dorne krone vnd [ 168] purpurkleyd, vnd spricht zu yhn, Sehet wilch ein mensch?

Da yhn die hohen priester vnd die diener sahen, schrien sie, vnd sprachen, creutzige, creutzige, Pilatus spricht zu yhn, Nempt yhr yhn hyn, vnd creutziget, denn ich finde keyn schuld an yhm, die Juden antworten yhm, Wyr haben eyn gesetz, vnd nach dem gesetz soll er sterben, denn er hat sich selbs zu Gotis son gemacht. Da Pilatus das wort horet, furcht er sich noch mehr, vnnd gieng widder hyneyn ynn das richt haus, vnd spricht zu Jhesu, von wannen bistu? aber Jhesus gab yhm keyn antwort, Da spricht Pilatus zu yhm, Redestu mit myr nicht? weystu nicht das ich macht habe dich zu creutzigen, vnnd macht habe dich los zu geben?

Jhesus antwortet, du hettist keyne macht vbir mich, wenn sie dyr nit were von oben erab geben, darumb, der mich dyr vbirantwort hatt, der hats grossere sunde, Von dem an trachtet Pilatus wie er yhn los liese, Die Juden aber schryen vnnd sprachen, lessistu dißen los, ßo bistu des keysers freund nicht, denn wer sich zum konige macht der ist widder den keyser. Matth. 27 Marci. 5.

Luce. 23 Da Pilatus das wort horet, furt er Jhesum eraus, vnnd satzt sich auff den richt stuel, an der stett die da heyst, pflaster, auff hebreisch aber Gabbatha, Es war aber der ruste tag der ostern, vmb die sechsten stund, vnd spricht zu den Juden, Sehet, ewr konig, Sie schryen aber, weg, weg, mit dem, creutzige yhn, spricht Pilatus zu yhn, sol ich ewren konig creutzigen, die hohen priester antworten, wyr haben keynen konig, denn den keyßer, Da vbirantwort er yhn, das er creutziget wurd.

Sie namen aber Jhesum an, vnnd fureten yhn hyn, vnnd er trug seyn creutz, vnd gieng hynaus zur stette, die da heyst, Scheddellstet, wilche heyst auff hebreisch, Golgatha, alda creutzigeten sie yhn, vnd mit yhm zween andere auff beyde seyten, Jhesum aber mitten ynn, Pilatus aber schreyb eyn vbirschrifft, vnnd setzte sie auff das creutz, vnnd war geschrieben, Jhesus von Nazareth der Juden konig, Dise vberschrifft lasen viel Juden, denn die stett war nahe bey der stad, da Jhesus creutzigt ist, vnnd es war geschrieben, auff hebreisch, kriechisch vnnd latinisch sprache, Da sprachen die hohen priester der Juden zu Pilato, schreybe nicht, der Juden konig, ßondern das er gesagt hab, ich byn der Juden konig, Pilatus antwortet, was ich geschrieben habe, das hab ich geschrieben.

Die kriegs knecht, da sie Jhesum creutzigt hatten, namen sie seyne kleyder, vnd machten vier teyl, eynem iglichen kriegsknecht eyn teyll, datzu auch den [ 404] rock, Der rock aber war vngenehet von oben an gewirckt durch vnd durch, da sprachen sie vnternander, last vns den nit zu teylen, sondern drumb loßen, wes er seyn soll, auff das erfullet wurde psal. 21. die schrifft, die da saget, Sie haben meyne kleyder vnter sich teylet, vnd haben vbir meyn rock das los worffen, Solchs thetten die kriegs knecht. [ 169] Es stund aber bey dem creutz Jhesu, seyne muter, vnd seyner mutter swester Maria Cleopas weyb vnd Maria Magdalene, Da nu Jhesus seyne mutter sahe, vnnd den iunger da bey stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seyner mutter, Weyb, sihe, das ist deyn son, darnach spricht er zu dem iunger, sihe, das ist deyne mutter, vnd von stund an nam sie der iunger zu sich.

Darnach als Jhesus wuste, das schon alles vollnbracht war, das die schrifft erfullet wurde, spricht er, mich durstet, Da stund eyn gefeß voll essigs, sie aber fulleten eynen schwam mit essig, vnnd legten yhn vmb eyn Jsopen, vnnd hielten es yhm dar zum mund, da nu Jhesus den essig genommen hatte, sprach er, Es ist vollnbracht, vnd neyget das hewbt, vnd gab den geyst auff.

Die Juden aber, dieweyl es der rusttag war, das nicht die leychnam auff dem creutz blieben am sabbath (denn des selben sabbaths tag war gros) baten sie Pilatum, das yhr beyne brochen vnnd abgenommen wurden, Da kamen die kriegs knecht, vnd brachen dem ersten die beyne, vnnd dem andern der mit yhm creutzigt war, Als sie aber zu Jhesu kamen, da sie sahen, das er schon gestorben war, brochen sie yhm die beyne nicht, sondern der kriechsknecht eyner, offnet seyne seyte mit eynem sper, vnd als bald gieng blut vnd wasser eraus Vnd der dis gesehen hat, der hats betzeuget, vnnd seyn zeugnis ist war, vnnd der selbe weys das er war sagt, auff das auch yhr glewbet, denn solchs ist geschehen, das die schrifft erfullet wurde, Exodi. 12 Zachar. 12 Jhr sollt yhm keyn beyn zu brechen, vnd aber mal spricht eyn ander schrifft, Sie werden sehen ynn wilchen sie gestochen haben.

Darnach bat Pilaton Joseph von Arimathia, der eyn iunger Jhesu war doch heymlich, aus furcht fur den Juden, das er mocht abnemen den leychnam Jhesu, vnd Pilatus erleubet es, Es kam aber auch Nicodemus, der etwa bey der nacht zu Jhesu komen war, vnd bracht myrrhen vnnd Aloen vnternander bey hundert pfunden, Da namen sie den leychnam Jhesu vnnd bunden yhn mit leynen tuchern vnd mit den specereyen, wie die Juden pflegen [ 406] zu begraben, Es war aber an der steet, da er creutzigt wart, eyn garte, vnnd ym garten eyn new grab, ynn wilchs niemant yhe gelegt war, dasselbs hyn legeten sie Jhesum, vmb des rust tags willenn der Juden, die weyl das grab nahe war. Das

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