The Bible Software
The Holy Bible · Luther’s September Testament (1522) · Chapter 124

1 Corinthians · Chapter 9

Luther’s September Testament (1522) · chapter 124 of 213 · about 4 min

← Chapter 123Chapter 125 →

. Bynn ich nicht eyn Apostel? byn ich nicht frey? hab ich nicht vnsern hern Jhesum Christ gesehen? Seyt nicht yhr meyn werck ynn dem hern? byn ich andern nicht eyn Apostel, ßo byn ich doch ewr Apostel, Denn das sigel meynes Apostel ampts, seyt yhr, ynn dem hern. Wenn man mich fragt, so antwort ich also, Haben wyr nicht macht zu essen vnd zu trincken? haben wyr nicht auch macht eyne schwester zum weybe mit vmbher zufuren, wie die andern Aposteln vnd die bruder des hern, vnd Kephas? odder haben alleyn ich vnd Barnabas nicht macht das zuthun? Wilcher reyßet yhe mals auff seynen eygen sold, Wilcher pflantzt eyn weyn berg, vnd isset nicht von seyner frucht?

Odder wilcher weydet eyne herdt, vnd isset nicht von der milch der herden. Rede ich aber solchs auff menschen weyse? saget nicht solchs das gesetz auch? Denn ym gesetz Mosi steht geschrieben, Deut. 25 Du solt dem ochsen nicht das maul verstopfen, der da dreschet. (Sorget) Got sorget fur alle ding, aber er sorget nicht, das fur die ochsen geschrieben werde, denn sie konden nicht lesen. Sorget Gott fur die ochsen? odder saget ers nicht aller ding vmb vnser willen? Denn es ist iah vmb vnser willen geschrieben. Denn der do pfluget, sol auff hoffnung pflugen, vnd der da dreschet, sol auff hoffnung dreschen, das er yhenes hoffnung teylhafftig werde.

So [ 110] wyr euch das geystliche haben geseet, ists eyn groß ding, ob wyr ewr fleyschlichs erndten? So aber andere diser macht an euch teylhafftig sind, warumb nicht viel mehr wyr? Aber wyr haben solcher macht nicht brauchet, (nicht braucht) Sihe der Apostel verschonet ßo fast der schwacheyt an den andern, das er auch alles des sich enthelt da er macht als eyn Apostel, da zu auch der andern Apostel exempel zu hatt. sondern wyr vertragen allerley, das wyr nicht dem Euangelio von Christo eyn hyndernis machen. Wisset yhr nicht, das die da schaffen ym tempel, die neeren sich des tempels, vnd die des altars pflegen, geniessen des altars?

Also hat der herr befolhen, das die das Euangelion verkundigen, sollen auch vom Euangelio sich neeren. Jch aber habe der keynes braucht. [ 265] Jch schreybe auch nicht darumb dauon, das mit myr also solt gehalten werden. Es were myr lieber, ich sturbe, denn das myr yemand meynen rhum solt zu nicht machen. Denn das ich das Euangelion predige, darff ich mich nicht rumen, denn ich muß es thun, Vnd weh myr, wenn ich das Euangelion nicht predigete, Thu ichs gerne, so wirt mir gelohnet, Thu ichs aber vngerne, so ist mir das ampt doch befolhen. Warumb wirt myr denn nu gelohnet?

Nemlich darumb, das ich predige das Euangelion, vnnd thu dasselb frey vmbsonst, auff das ich nicht meyner freyheyt mißbrauche, ym predig ampt. Denn wie wol ich frey byn von yderman, hab ich doch mich selb yderman zum knecht gemacht, auff das ich yhr viel gewynne. Den Juden byn ich worden, als eyn Jude, auff das ich die Juden gewynne. Denen, die vnter dem gesetz sind, byn ich worden als vnter dem gesetz, auff das ich die da vnter dem gesetz sind, gewynne. Denen, die on gesetz sind, byn ich als on gesetz worden (so ich doch nicht on Gottis gesetz byn, sondern byn ynn dem gesetz Christi) auff das ich, die on gesetz sind gewynne.

Den schwachen byn ich worden als eyn schwacher, auff das ich die schwachen gewynne. Jch byn yderman allerley worden, auff das ich aller ding iah ettliche selig mache. Solchs aber thu ich, vmb des Euangelio willen, auff das ich seyner gemeynschafft teylhafftig werde. Wisset yhr nicht? das die, so ynn den schrancken lauffen, die lauffen alle, aber eyner erlangt das kleynodt, Lauffet nu also, das yhrs ergreyffet. Eyn yglicher aber der do kempfft, enthelt sich alles dinges, yhene also, das sie eyn vergengliche kron empfahen, wyr aber eyn vnuergengliche.

Jch lauffe [ 112] aber also, nicht als auffs vngewiß. (auffs vngewiß) Gleych wie eyn kempfer der zur seyten neben außleuft des zyls muß feylen, vnd der do sichtet vnnd feylstreich thutt, der schlechtt vergeblich ynn die lufft, also gehet es allenn, die fast viel gute werck on glauben thun. Denn sie sind vngewiß wie sie mit Gott dran sind, darumb sind es eytel feyl lauft, feyl strich, vnnd feyl werck. Jch fechte also, nicht als der ynn die lufft streycht, sondern ich zeme meynen leyb, vnd betewbe yhn, das ich nicht den andern predige, vnd selbs verwerfflich werde. Das

← Chapter 123Chapter 125 →