1 Corinthians · Chapter 14
Luther’s September Testament (1522) · chapter 129 of 213 · about 5 min
. Strebt nach der liebe, Eyffert nach den geystlichen gaben, am meysten aber, das yhr weissagen muget, Denn der mit der zungen redet, (zungen reden) Mit zungen reden, ist psalmen odder propheten ynn der gemeyn lesen oder singen, vnd sie nicht auslegen, wie wol sie der leser verstehet. weyssagen ist den synn von Gott nehmen, vnd andern geben mugen. Außlegen ist den synn andern furgeben. So meynt nu S. Paulus, mit zungen reden bessert die gemeyne nicht, weyssagen aber vnd außlegen bessert die gemeyne. der redet nicht den menschen, sondern Gotte, denn yhm horet niemant zu, Wer aber weyssaget, der redet den menschen zur besserung, vnd zur ermanung, vnd zur trostung.
Wer mit der zungen redet, der bessert sich selbs, wer aber weyssaget, der bessert die gemeyne. Jch wolt das yhr alle mit zungen redetet, aber viel mehr, das yhr weyssagetet, Denn der do weyssaget, ist grosser denn der mit zungen redet, es sey denn, das ers auch außlege, das die gemeyne dauon gepessert werde. Nu aber, lieben bruder, wenn ich zu euch keme, vnd redet mit zungen, was were ich euch nutz? ßo ich nicht mit euch redet, entwedder durch offinbarung, odder durch erkentnis, odder durch weyssagung, odder durch lere.
Hat sichs doch auch so ynn den dingen, die da lautten vnnd doch nicht leben, es sey eyn pfeyffe odder eyn harpffe, wenn sie nicht vnterschiedlichen hall von sich geben, wie kan man wissen was gepfiffen odder geharpffet ist? Vnd ßo die posaune eynen vndeutlichen hall gibt, wer wil sich zum streyt rusten? Also auch yhr, wenn yhr mit zungen redet, so yhr nicht gebet eyne deutliche rede, wie kan man wissen was geredt ist? Denn yhr werdet ynn den wind reden.
Also mancherley art der stymmen ist ynn der welt, vnd der selben ist keyne vndeutlich, So ich nu nicht weyß der stymmen deutung, werde ich vndeutsch seyn dem, der da redet, vnd der do redet, wirt myr vndeutsch seyn, Also auch yhr, syntemal yhr eyfferet nach den geystlichen gaben, tracht darnach, das yhr volle gnuge habt zur besserung der gemeyne. Darumb, wilcher mit der zungen redet, der bete also, das ers auch außlege. So ich aber mit der zungen bete, so betet meyn geyst, aber meyn synn bringt niemant frucht?
Wie sols aber denn seyn? nemlich also, Jch wil beten mit dem geyst, vnnd wil beten auch mit dem synn, (mit dem synn) Mit dem synn reden ist eben so viel, als außlegen, vnd den synn den andern verklerenn, Aber ym geyst reden, ist den synn selbs verstehen vnd nicht außlegen. Jch wil singen mit dem geyst, vnnd wil singen auch mit dem synn. [ 126] Wenn du aber benedeyest mit dem geyst, wie sol der, so an stadt des leyen steht, Amen, sagen, auff deyne dancksagung, syntemal er [ 271] nicht weyß, was du sagest, Du sagest wol feyn dancke, aber der ander wirt nicht dauon gepessert.
Jch dancke meynem Gott, das ich mit mehr zungen rede denn yhr, Aber ich wil ynn der gemeyne lieber funffe wort reden, durch meynen synn, (synn) Das ist, den synn mit predigen außlegen. auff das ich auch andere vnterweyse, dann sonst zehen tausent wort mit der zungen. Lieben bruder, werdet nicht kinder am verstentnis, ßondern an der boßheyt seyt kinder, an dem verstentnis aber seyt volkomen, Jnn dem gesetz steht geschrieben, Jch wil mit andern zungen vnnd mit andern lippen reden zu disem volck, vnd sie werden mich auch alßo nicht horen, spricht der herre.
Darumb, so sind die zungen zum zeychen, (zungen zum zey.) Durch mancherley zungen werden die vnglewbigen zum glawbenn bekert, wie durch andere zeychen vnd wunder, aber durch weyssagung werden die gleubigen gepessert vnnd gesterckt, als durch zeychen, daran sie yhren glawben prufen vnd erfaren, das er recht sey nicht den glewbigen, sondern den vnglewbigen, Die weyssagung aber, nicht den vnglewbigen, sondern den glewbigen. Wenn nu, die gantze gemeyne zusamen keme an einem ort, vnd redeten alle mit zungen, Es kemen aber hyneyn leyen odder vnglewbige, wurden sie nicht sagen, yhr weret vnsynnig?
So sie aber alle weyssageten, vnd keme denn, eyn vnglewbiger odder leye hyneyn, der wurde von den selben alle gestrafft, vnd von allen gerichtet, vnd also wurde das verporgen seynes hertzen offinbar, vnnd er wurde also fallen auff seyn angesicht, Got anbeten, vnd bekennen, das Gott warhafftig ynn euch sey. Wie ist yhm denn nu, lieben bruder? wenn yhr zusamen komet, so hat ein yglicher eynen psalmen, er hat eyn lere, er hat eyne zungen, er hat eyn offinbarung, er hat eyn außlegung. Last es alles geschehen zur besserung.
So yemand mit der zungen redet, das thu er selb ander, odder auffs meyste selb dritte, vnd eyner vmb den andern, vnd eyner lege es aus, Jst er aber nicht eyn außleger, so schweyge er vnter der gemeyne, rede aber yhm selber vnd Gotte. Die weyssager aber last reden selb ander odder selb dritte, vnd die andern last richten, Szo aber eyn offinbarung geschicht eynem andern, der do sitzet, so schweyge der erste.
Yhr kund wol alle weyssagen, eyner nach dem andern, auff das sie alle lernen, vnd alle ermanet werden, Vnd die geyster der propheten, sind den propheten vnterthan. (vnterthan) Etlich meynen, weyl sie den verstand vnd des geystes gaben haben, sollen sie niemandt weychen noch schweygenn, darauß denn secten vnnd zwitracht folgen. Aber sanct Paulus spricht hie sie sollen vnd mugen wol weychen, syntemal die gaben des geystes ynn yhrer macht stehen, yhr nicht zubrauchen, widder die eynickeyt, das sie nicht sagen durffen, der geyst treyb vnd zwinge sie.
Denn Gott ist nicht eyn Got der zwytracht, sondern des frides, wie ynn allen gemeynen der heyligen. [ 128] Ewre weyber, last schweygen vnter der gemeyne, Denn es sol yhn nicht zu gelassen werden, das sie reden, ßondern vnterthan seyn, wie auch das gesetze saget, Gen. 3 wollen sie aber etwas lernen, so last sie da heymen yhre menner fragen. Es stehet den weyben vbel an, vnter der gemeyne reden, odder ist das wort Gottis von euch außkomen? odder ists alleyn zu euch komen? So sich yemant lesset duncken er sey eyn prophet, odder geystlich, der erkenne was ich euch schreybe, Denn es sind des hern gepot. Jst aber yemand vnwissend, der sey vnwissend.
Darumb, lieben bruder, eyffert nach weyssagen, vnd weret nicht mitt zungen reden, Last es alles erbarlich vnd ordenlich zu gehen. [ 272] Das