1 Corinthians · Chapter 15
Luther’s September Testament (1522) · chapter 130 of 213 · about 6 min
. Jch thu euch aber kund, lieben bruder, das Euangelion, das ich euch verkundigt habe, wilchs yhr auch angenomen habt, ynn wilchem yhr auch stehet, durch wilchs yhr auch selig werdet, wilcher gestalt ichs euch verkundiget habe, so yhrs behalten habt, es were denn, das yhr vmb sonst geglewbet hettet.
Denn ich habe euch zu fodderst geben, wilchs yhr auch habt angenommen, das Christus gestorben sey fur vnßer sunde, nach der schrifft, vnd das er begraben sey, vnnd das er aufferstanden sey am dritten tage, nach der schrifft, vnd das er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den zwelffen, darnach ist er gesehen worden von mehr denn vber funffhundert brudern auff eyn mal, der noch viel leben, ettlich aber sind entschlaffen, darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln.
Am letzten nach allen, ist er auch von myr, als der vntzeyttigen gepurt, gesehen worden, Denn ich byn der geringste vnter den Aposteln, als der ich nicht werd byn, das ich eyn Apostel heysse, darumb, das ich die gemeyne Gottis verfolget habe, Aber von Gottis gnaden, byn ich das ich byn, vnd seyne gnade an myr, ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr geerbeyttet denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottis gnade, die bey myr ist. Es sey nu ich odder yhene, also haben wyr prediget, vnd also habt yhr glewbet. [ 130] So aber Christus prediget wirt, das er sey von den todten aufferstanden, wie sagen denn ettlich vnter euch, die aufferstehung der todten sey nichts?
Jst aber die aufferstehung der todten nichts, ßo ist auch Christus nicht aufferstanden, Jst aber Christus nicht aufferstanden, so ist vnser prediget vergeblich, so ist auch ewer glawbe vergeblich, Wyr werden auch erfunden falsche zeugen Gottis, das wir zeuget haben widder Gott, er habe Christum aufferweckt, den er nicht aufferweckt hat, syntemal die todten nicht aufferstehen, Denn so die todten nicht aufferstehen, so ist auch Christus nicht aufferstanden, Jst Christus aber nicht aufferstanden, so ist ewer glawbe eyttel, so seyt yhr noch ynn ewren sunden, so sind auch die, so ynn Christo entschlaffen sind, verloren.
Hoffen wir alleyn ynn disem leben auff Christum, so sind wyr die elendisten vnter allen menschen.
Nu aber ist Christus aufferstanden von den todtenn, vnnd der erstling worden vnter den, die da schlaffen, Syntemal, durch eyn mensch der todt, vnd durch eyn mensch die aufferstehung der todten kompt, Denn gleych wie sie ynn Adam alle sterben, also werden sie ynn Christo alle lebendig gemacht werden, Eyn yglicher aber ynn seiner ordnung, Der erstling Christus, darnach die Christum anhoren, wilche seyn werden zu seyner zukunfft zeyt, Darnach das ende, wenn er das reych Gott vnnd dem vater vbirantwortten wirt, wenn er auffheben wirt, alle hirschafft vnd alle vbirkeyt vnd gewalt. [ 273] Er muß aber hirschen, biß das er all seyne feynde vnter seyne fusse lege.
Der letzte feynd der auffgehaben wirt, ist der tod, denn er hat yhm alles vnter seine fusse than. Wenn er aber sagt, das es alles vnterthan sey, ists offinbar, das außgenomen ist, der yhm alles vnterthan hat, Wenn aber alles yhm vnterthan seyn wirt, alß denn wirt auch der son selbs vnterthan seyn, dem, der yhm alles vnterthan hat, auff das Got sey alles ynn allen.
Was machen sonst, die sich teuffen lassen vber den todten, (vber den todten) Die aufferstehung zubestercken, liessen sich die Christen teuffen vber den todte grebern, vnd deutten auff die selben, das eben die selben wurden aufferstehen. so aller dinge die todten nicht aufferstehen? was lassen sie sich teuffen vber den todten? vnd was stehen wir alle stund ynn der fahr? Bey vnserm rhum, den ich habe ynn Christo Jhesu vnserm hern, ich sterbe alle tage. Hab ich menschlicher weyse zu Epheso mit den wilden thieren gefochten, was hilfft michs, ßo die todten nicht aufferstehen? Jsa. 22 Poeta. Last vns essen vnd trincken, denn morgen werden wyr sterben.
Last euch nicht verfuren, bose geschwetz verderbt [ 132] gutte sitten, Wachet recht auff, vnd sundiget nicht, denn etlich wissen nichts von Got. Das sage ich euch zur schame. Mocht aber yemand sagen, wie werden die todten aufferstehen? vnd mit wilcherley leybe werden sie komen? Du narr, das du seest, wirt nicht lebendig gemacht, es sterbe denn, vnd wilchs seestu? nicht den leyb seestu, der werden sol, sondern eyn bloß korn, nemlich, weytzen odder der eynes von den andern, Got aber gibt yhm eynen leyb, wie er wil, vnd eynem yglichen von den samen, seyn eygen leyb.
Nicht ist alles fleysch eynerley fleysch, sondern eyn ander fleysch ist der menschen, eyn anders des fiechs, eyn anders der fische, eyn anders der vogel. Vnd es sind hymelische corper vnnd yrdische corper, aber eyn andere herlickeyt haben die hymelischen, vnd eyn andere die yrdischen. Eyn andere klarheyt hat die Sonne, eyn andere klarheyt hat der Mond, eyn andere klarheyt haben die sterne, denn eyn stern vbertrifft den andern nach der klarheyt, also auch die aufferstehung der todten.
Es wirt geseet verweßlich, vnd wirt aufferstehen vnuerweßlich, Es wirt geseet ynn der vneere, vnd wirt aufferstehen ynn der herlickeyt, Es wirt geseet ynn der schwacheit vnd wirt aufferstehen ynn der krafft, Es wirt geseet eyn naturlicher leyb, vnd wirt auff stehen eyn geystlicher leyb. Naturlich leyb ist, der isset, trincket, schlefft, dewet, zu vnd abnympt, kinder zeuget etc. Geystlich, der solchs keyns darff, vnnd doch eynn warer leyb vom geyst lebendig ist, wie man aus Gen. 2 verstehen kan. Hat man eyn naturlichen leyb, ßo hat man auch eyn geystlichen leyb. Also ists auch geschrieben, Gen. 2 Der erst mensch Adam ist gemacht yns naturlich leben, vnd der letzte Adam yns geystlich leben.
Aber der geystliche leyb ist nicht der erste, sondern der naturliche, darnach der geystliche. Der erste mensch ist von erden vnd yrdisch, der ander mensch ist vom hymel vnd hymlisch, Wilcherley der yrdische ist, solcherley sind auch die yrdischen, vnd wilcherley der hymlische ist, solcherley sind auch die hymelischen, Vnd wie wyr tragen haben das bild des yrdischen, also werden wir auch tragen das bild des hymelischen. Dauon sage ich aber, lieben bruder, das fleysch vnd blut nicht kunden das reych Gottis ererben, auch wirt das verweßlich nicht erben, [ 274] das vnuerweßliche.
Sihe, ich sage euch eyn geheymnis, Wyr werden nicht alle entschlaffen, wyr werden aber alle verwandelt werden, vnd das plotzlich vnd ynn eynem augenblick, zur zeyt der letzten posaunen. Denn es wirt die posaune schallen, vnnd die todten werden aufferstehen vnuerweßlich, vnnd wyr werden verwandelt [ 134] werden, Denn diß verweßliche, muß antzihen das vnuerweßliche, vnd diß sterbliche muß antzihen die vnsterblickeyt. Wenn aber diß verweßliche wirt antzihen das vnuerweßlich, vnd diß sterbliche wirt antzihen die vnsterblikeyt, denne wirt erfullet werden das wort das geschrieben ist, Osee. 13. Der tod ist verschlungen ynn den sieg, Todt, wo ist deyn stachel? Hell, wo ist deyn sieg?
Aber der stachel des tods ist die sund, die krafft aber der sunde, ist das gesetz. Got aber sey danck, der vns den sieg geben hat, durch vnsern hern Jhesum Christum. Darumb, meyn lieben bruder seyt feste, vnbeweglich, vnd reych ynn dem werck des hern ymerdar, die weyl yhr wisset das ewr erbeyt ist nicht vergeblich ynn dem hern. Das