Mark · Chapter 6
Luther’s September Testament (1522) · chapter 26 of 213 · about 7 min
Unnd er gieng aus von dannen, vnnd kam ynn seyn vatterland vnnd seyne iunger folgeten yhm nach, vnd da der Sabbath kam, hub er an zu leren ynn yhrer schule, vnnd viel die es horeten, verwunderten sich seyner lere vnd sprachen, wo her kompt dem solchs? vnd was weyßheyt ists, die yhm geben ist, vnnd solch thatten die durch seyne hende geschehen? ist er nicht der zymerman Marien son, vnnd der bruder Jacobi vnnd Joses vnnd Jude vnnd Simonis? sind nicht auch seyne schwestern alhie bey vns? vnnd sie ergerten sich an yhm, Jhesus aber sprach zu yhn, Eyn prophet gillt nyrgernd weniger, denn da heym vnnd bey den seynen, vnnd er kund alda nit [ 156] eyn eynige thatt thun, denn wenig siechen legt er die hende auff vnnd heylet sie, vnnd er verwunderte sich yhres vnglawbens.
Matth. Luce. 9 Vnnd er gieng vmbher ynn die stedte ym kreyß, vnnd lerete, 7 vnd er berieff die zwelffe, vnd hub an vnd sand sie, yhe zween vnd zween, vnnd gab yhn macht vber die vnsawber geyster, 8 vnnd gepott yhn, das sie nichts bey sich trugen denn eyn stab, keyn taschen, keyn brot, keyn gellt ym gurtel, 9 sondernn geschucht, vnd das sie nit zween rocke an tzogen, Luce. 10 10 vnd sprach zu yhnen, wo yhr ynn eyn haus gehen werdet, da bleybt ynnen, bis yhr von dannen zyhet, vnnd wilche euch nicht auff nemen, noch euch horen, da gehet von dannen eraus, vnnd schuttellt den stawb ab von ewren fussen, zu eynem zeugnis vber sie.
Jch sage euch warlich, es wirt Sodomen vnnd Gomorren [ 66] am iungsten gericht treglicher seyn, denn solcher stadt. Vnd sie giengen aus, vnd predigeten, man sollt sich bessern, vnnd trieben viel teuffel aus, vnnd salbeten viel siechen mit ole, vnd machten sie gesundt. Matth. Luce. 9 14 Vnd es kam fur den konig Herodes (denn seyn name war nu bekandt) vnd er sprach, Johannes der teuffer ist von den todten aufferstanden, drumb ist seyn thun so gewaltig, Ettlich aber sprachen, Es ist Elias, Ettlich aber, Es ist eyn prophet, odder eyner von den propheten, da es aber Herodes horet, sprach er, Es ist Johannes, den ich enthewbtet habe, der ist von den todten aufferstanden.
Er aber Herodes hatte außgesandt, vnnd Johannem gryffen, vnnd yns gefengnis gelegt, vmb Herodias willen seynes bruders Philippes weyb, denn er hatte sie gefreyet, Johannes aber sprach zu Herode, Es zympt dyr nicht das du deynes bruders weyb habist, Herodias aber stellet yhm nach vnnd wollt yhn todten, vnnd kund nicht, Herodes aber furcht Johannen, denn er wuste, das er eyn frumer vnnd heyliger man war, vnnd behielt yhn, vnnd gehorchet yhm ynn vielen sachen, vnd horete yhn gern.
Vnnd es kam eyn gelegner tag, das Herodes auff seynen iar tag, eyn abent mal gab, den vbirsten vnd hewbtleutten vnnd furnemisten ynn Gallilea, da tratt hyneyn die tochter der Herodias, vnd tantzete, vnd gefiel dem Herode vnd denen die am tissch sassen woll. Da sprach der konig zum meydlin, bitt [ 158] von myr was du willt, ich will dyrs geben, vnd schwur yhr eyn eyd, was du wirst von myr bitten, will ich dyr geben, bis an die helfft meynes konigreychs.
Sie gieng hyn aus, vnd sprach zu yhrer mutter, was soll ich bitten? die sprach, das hewbt Johannes des teuffers, vnnd sie gieng bald hyneyn mitt eylle zum konige, batt vnnd sprach, ich will, das da mir gebist, itzt so bald, auff eyn schussel, das hewbt Johannes des teuffers, vnd der konig wart betrubt, vnnd vmb des eyds willen, vnnd der, die am tissch sassen, wollt er sie nicht lassen eyn feyl bitte thun, vnnd bald schickt hyn der konig den hencker, vnnd lies seyn hewbt herbringen, der gieng hyn, vnd enthewbtet yhn ym gefengnis, vnd trug her seyn hewbt auff eyner schusselln, vnd gabs dem meydlin, vnd das meydlin gabs yhrer mutter, vnnd da das seyne iunger horeten, kamen sie, vnd namen seynen leyb, vnnd legten yhn ynn eyn grab.
Vnnd die Apostel kamen zu samen zu Jhesu, vnd verkundigeten yhm das alles, vnnd was sie than vnd leret hatten, vnnd er sprach zu yhnen, last vns besonders ynn eyn wuste gehen, vnnd ruget eyn wenig, denn er war viel die abe vnd zu giengen, vnd hatten nicht zeyt gnug zu essen, vnnd er fure da ynn eynem schiff zu eyner wuste besonders, vnnd das volck sahe sie weg faren, vnnd viel kandten yhn vnd lieffen [ 67] Matth. 9 da selbs hyn mitt eynander zu fusß aus allen stedten, vnnd kamen yhn zuuor, vnnd kamen zu yhm, vnnd Jhesus gieng eraus, vnnd sahe das grosse volck, vnnd es iamert yhn der selben, denn sie waren, wie die schaff, die keynen hirtten haben, vnd fieng an eyn lange predigt.
Matth. 14 Luce. 9 Joh. 6 Da nu der tag fast da hyn war, tratten zu yhm seyne iunger vnnd sprachen, es ist wuste hie vnd der tag ist nu da hyn, las sie von dyr, das sie hyn gehen vmbher ynn die dorffe vnd merckte, vnd keuffen yhn brot, denn sie haben nicht zu essen, Jhesus aber antwortet, vnnd sprach zu yhnen, gebt yhr yhn zu essen, vnnd sie sprachen zu yhm, sollen wyr denn hyn gehen, vnd zweyhundert pfennig werd brot kauffen, vnnd yhn zu essen geben?
Er aber sprach zu yhnen, wie viel brot habt yhr? geht hyn vnd sehet, vnd da sie es erkundet hatten, sprachen sie, funffe, vnd zween fisch, vnd er gepot yhn, das sie sich alle lagerten bey tisch vollen auff das grune gras, vnd sie satzten sich, nach schichten, yhe hundert vnd hundert, funfftzig vnd funfftzig.
Vnd er nam die funff brott vnd zween fisch, zehen tissch ynn die lenge vnnd funff ynn die breytt. vnd sahe auff gen hymel, vnd sprach den segen, vnnd brach die brott, vnd gab sie den iungern, das sie yhn furlegten, vnnd die zween fisch teylet er vnter sie alle, vnd sie assen alle [ 160] vnnd wurden satt, vnd sie huben auff die brocken, zwelff korbe vol, vnnd von den fischen, vnnd die da gessen hatten, der war funff tausent man.
Math. 14 Vnnd als bald treyb er seyne iunger, das sie ynn das schiff tratten vnd fur yhm hyn vber furen, gen Bethsaida, bis das er das volck, von sich ließe, vnd da er sie von sich schaffet hatte, gieng er hyn auff eynen berg, zu betten, vnd am abent, war das schiff mitten auff dem meer vnd er auff dem land alleyn, vnnd er sahe das sie nodt litten ym rudern, denn der wind war yhn entgegen, vnnd vmb die vierde wache der nacht, kam er zu yhn, vnnd wandellte auff dem meer, vnnd er wollt fur yhn vbergehen, vnnd da sie yhn sahen auff dem meer wandelln, meyneten sie es were eyn gespenst, vnnd schriehen, denn sie sahen yhn alle, vnnd erschracken.
Aber als bald redet er mit yhn, vnnd sprach zu yhn, seyt getrost, ich byns, furcht euch nicht, vnd tratt zu yhn yns schyff, vnd der wint leget sich, vnnd sie entsatzten vnnd verwunderten sich vbir die maß, (nichts verstendiger) Das ist aus solchem exempel sollten sie starck ym glawben worden seyn das sie nicht sich fur eynem gespenste furchten musten. denn sie waren nichts verstendiger worden vber den broten, vnnd yhr hertz war verstarret.
Vnd da sie hyn vber gefaren waren, kamen sie ynn das land Genesareth, vnnd furen an, vnnd da sie aus dem schiff tratten, als bald kandten sie yhn, vnnd lieffen ynn die vmb ligende lender vnnd huben an die krancken vmb her zu furen auff betten, wo sie horeten das er war, vnnd wo er eyn gieng ynn die merckte odder stett odder dorff, da legten sie die krancken auff den marckt, vnnd batten yhn, das sie nur den sawm seynes kleydes anruren mochten, vnnd alle die yhn anrureten, die worden gesundt. Das Siebent Capitel. [ 68]