Mark · Chapter 7
Luther’s September Testament (1522) · chapter 27 of 213 · about 4 min
Und es kamen zu yhm die phariseer, vnnd ettlich von den schrifftgelerten, die von Jerusalem komen waren, (gemeynen) heylig nennet das gesetz, was aus gesondertt was zu gottis dienst, da gegen gemeyn, was vnreyn vnnd vnruchtig zu gottes dienst war. vnnd da sie sahen ettlich seyner iunger, mitt gemeynen, das ist, mitt vngewasschen henden das brott essen, versprachen sie es, denn die phariseer vnd alle iuden essen nicht, sie wesschen denn die hend manigmal, halten also die auffsetze der Eltisten, Matth. 15 vnd wenn sie vom marck komen, essen sie nicht, sie wesschen sich denn, vnnd des dings ist viel, das sie zu halten haben angenomen, von trinckfessen, vnd krugen, vnd eernen gefessen, vnnd tisschen zu wesschen.
Da fragten yhn nu die phariseer vnnd schrifftgelerten, warumb wandeln deyne iunger nicht nach den aufsetzen der eltisten, sondern essen das brott mit [ 162] vngewasschnen henden? Er aber antwortet vnd sprach zu yhn, wol feyn hatt von euch heuchlern Jsaias Jsai. 29 weyßsagt, wie geschrieben ist, ditz volck ehret mich mit den lippen, aber yhr hertz ist fern von myr, vorgeblich aber ist, das sie myr dienen, die weyl sie leren, solch lere, die nicht ist denn menschen gepott, yhr verlasset die gepott gottis, vnd halltet der menschen auff setze, von krugen vnnd trinckfessen zu wasschen, vnd des gleychen thutt yhr viel. Exodi. 20 Leuit. 20.
Vnd er sprach zu yhn, wol feyn habt yhr gottis gepott auffgehaben, auff das yhr ewr auff setze halltet, denn Moses hat gesagt, du solt vatter vnd mutter ehren, vnd wer vatter odder mutter flucht, der soll des tods sterben, (gott gebenn etc.) odder, Es ist dyr nutzer, wenn ichs zu opffer gebe. Corban aber hebreisch heyst eyn opfer. yhr aber saget, Eyn mensch soll sagenn zu vatter odder mutter, Corban, das ist, Es ist got geben das dyr sollt von myr zu nutz komen, vnd so last yhr hyn furt yhn nichts thun seynem vater odder seyner mutter, vnd hebt auff gottis wortt, durch ewre auff setz, die yhr auffgesetzt habt, vnnd des gleychen thutt yhr viel. Matth.
Vnd er rieff zu yhm das gantze volck, vnnd sprach zu yhn, Horet myr alle zu, vnd vernehmet mich, Es ist nichts ausßer dem menschen das yhn kunde gemeyn machen so es ynn yhn gehet, sondern das von yhm aus gehet, das ist, das den menschen gemeyn macht. Hatt yemant oren zu horen, der hore. Vnd da er von dem volck yns haus kam, fragten yhn seyne iunger vmb dise gleychnis, vnnd er sprach zu yhn, seydt yhr denn auch so vnuerstendig? vernemet yhr noch nit, das alles, was ausßen ist, vnd ynn den menschen geht, das kan yhn nicht gemeyn machen? Denn es gehet nicht yn seyn hertze, sondern ynn den bauch, vnd gehet aus durch den naturlichen gang der da aus feget alle speysse.
Vnnd er sprach, das da aus dem menschen gehet, das macht den menschen gemeyn, denn von ynnen aus dem hertzen der menschen, gehen er aus, boße gedancken, ehebruch, hurerey, mord, dieberey, geytz, schalckeyt, list, vntzucht, schalcks auge, gottis lesterung, hoffart, thorheyt, Alle dise bose stuck, gehen von ynnen eraus, vnd machen den menschen gemeyn.
Vnnd er stund auff vnnd gieng von dannen ynn die grentze Tyri [ 69] Matth. 15 vnnd Sidon, vnnd gieng ynn eyn haus, vnd wollt es niemant wissen lassen, vnd kund doch nicht verporgen seyn, denn eyn weyb die hatte [ 164] von yhm gehoret, wilcher tochterlin eyn vnsawbern geyst hatte, vnd sie kam, vnnd fiel nyder zu seynen fussen, vnnd es war eyn kriechisch weyb von Syrophenice, vnnd sie bat yhn, das er den teuffell aus trybe von yhrer tochter, Jhesus aber sprach zu yhr, las zuuor die kinder satt werden, Es ist nit feynn, das man der kynder brott neme, vnd werffs fur die hunde, sie antwortet aber, vnd sprach zu yhm, ia herre Aber doch essen die hundlin vnter dem tisch, von den brosamen der kinder, vnnd er sprach zu yhr, vmb des wortts willen, so gang hyn, der tewffel ist von deyner tochter aus gefaren, vnnd sie gieng hyn ynn yhr haus, vnnd fand, das der teuffel war außgefaren, vnnd die tochter auff dem bette ligend.
Vnnd da er widder aus gieng von den grentzen Tyri vnd Sidon, kam er an das Gallileische meer, mitten vnter die grentze der zehen stedte, vnnd sie brachten zu yhm eynen tawben der redet schwerlich, vnd sie baten yhn, das er die hand auff yhn leget, vnd er nam yhn von dem volck, besonders, vnnd legt yhm die finger ynn die oren, vnnd sputzet, vnd ruret seyne zunge, vnd sahe auff gen hymel, sufftzet vnd sprach zu yhm, hephethah, das ist, thu dich auff, vnd also bald, thatten sich seyne orenn auff, vnnd das band seyner zungen wartt los, vnnd redte recht, vnd er verpott yhn, sie solltens niemant sagen, yhe mehr er aber verpott, yhe mehr sies aus breytten, vnnd verwunderten sich vbir die masß, vnnd sprachen, Er hatts alles wol aus gericht, die tawben hatt er horend gemacht, vnnd die sprachlosen redend.
Das