John · Chapter 6
Luther’s September Testament (1522) · chapter 61 of 213 · about 8 min
Darnach fur Jhesus vber das meer an der stadt Tyberias ynn Gallilea, vnd es zoch yhm viel volcks nach, darumb, das sie die zeychen sahen die er an den krancken thet, Jhesus aber gieng hynauff, auff eynen berg, vnd satzt sich da selbs mit seynen iungern, Es war aber nahe die ostern, das fest der Juden, Da hub Jhesus seyne augen auff, vnd sihet, das viel volcks zu yhm kompt, vnd spricht zu Philippo, von wannen keuffen wyr brod, das dise essen? das saget er aber yhn zuuersuchen, denn er wuste wol, was er thun wollte.
Philippus antwort yhm, zweyhundert pfennig werd brods, ist nit gnug, das eyn iglicher eyn wenig neme, Spricht zu yhm eyner seyner iunger Andreas der bruder Simonis Petri, Es ist eyn knabe hie, der hat funff gersten brod, vnd zween fissch, aber was ist das vnter ßo viele? Jhesus aber sprach, schafft, das sich das volck lager, Es war aber viel gras an dem ortt, Da lagerten sich bey funff thausent man, Jhesus aber nam die brod, dancket, vnnd gab sie den iungern, die iungern aber, denen die sich gelagert hatten, desselben gleychen auch von den fisschen, wie viel er wollt.
Da sie aber satt waren, spricht er zu seynen iungern, samlet die vbrigen brocken, das nichts vmbkome, da samleten sie, vnd fulleten zwelf korbe mit brocken, von den funff gersten brod, die vbrig blieben, denen die gespeyset worden, Da nu die menschen das zeychen sahen, das Jhesus thatt, sprachen sie, Das ist warlich der prophet, der ynn die wellt komen soll, Da Jhesus [ 348] nu mercket, das sie komen wurden, vnd yhn hasschen das sie yhn zum konige machten, entweych er abermal auff den berg, er selb alleyne.
Am abent aber, giengen die iunger hynab an das meer, vnd tratten ynn das schiff, vnnd kamen iensid des meerß gen Capernaum, vnnd es war schon finster worden, vnnd Jhesus war nicht zu yhn komen, vnnd das meer erhub sich von eynem grossen windt, da sie nu geruddert hatten bey funff vnd tzwentzig odder dreyssig feld wegs, sahen sie Jhesum auff dem meer da her gehen vnd nah bey das schiff komen, vnd sie furchten sich, Er spricht aber zu yhn, Jch byns, furcht euch nit, Da wollten sie yhn ynn das schiff nemen, vnd also bald war das schiff [ 146] am lande, da sie hyn furen.
Des andern tags, sahe das volck das ihensid des meers stund, das keyn ander schiff daselbs war, denn das eynige, daryn seyne iunger getretten waren, vnnd das Jhesus nicht mit seynen iungern ynn das schiff tretten war, sondern alleyn seyne iunger waren weg gefaren, Es kamen aber ander schiff von Tiberias nahe zu der stett, da sie das brod gessen hatten vnnd dem hern gedanckt, Da nu das volck sahe, das Jhesus nicht da war, noch seyne iunger, tratten sie auch ynn die schiff, vnd kamen gen Capernaum, vnd suchten Jhesum. Vnnd da sie yhn funden ihensid des meers, sprachen sie zu yhm, Meyster, wenne bistu her komen?
Jhesus antwort yhn vnd sprach, warlich warlich, ich sage euch, yhr sucht mich nitt darumb das yhr zeychen gesehen habt, sondern, das yhr von dem brod gessen habt vnd seytt satt worden, wircket speyß, nicht die da verdirbt, sondern die da bleybt ynn das ewige leben, wilche euch des menschen son geben wirt, denn den selbigen hatt Gott der vater (versigellt) Das ist, mit dem heyligen geyst begabt, das wer die speys isset (wie folgt) auch den geyst entfehet vnd leben soll. versigelt. Da sprachen sie zu yhm, was sollen wyr thun, das wyr Gottis werck wircken?
Jhesus antwort vnd sprach zu yhn, das ist Gottis werck, das yhr an den glewbet, den er gesand hat, da sprachen sie zu yhm, was thustu denn fur eyn zeychen, auff das wyr sehen vnd glewben dyr? was wirckistu? vnser vetter haben hymel brod gessen ynn der wusten, wie geschrieben stehet, Psal. 77. Er gab yhn brod vom hymel zu essen, Da sprach Jhesus zu yhn, warlich warlich, ich sage euch, Moses hat euch nicht brod vom hymel geben, sondern meyn vatter gibt euch das rechte brod vom hymel, denn dis ist das brod Gotis, das vom hymel kompt, vnd gibt der wellt das leben.
Da sprachen sie zu yhm, Herre, gib vns allwege solch brod, Jhesus aber sprach zu yhn, ich bynn das brod des lebens, wer zu myr kompt, den [ 350] wirt nicht hungern, vnd wer an mich glewbet, den wirtt nymer mehr dursten, Aber ich habs euch gesagt, das yhr mich gesehen habt vnd glewbet doch nicht, Alles was myr meyn vater gibt, das kompt zu myr, vnnd wer zu myr kompt, den werd ich nicht hynaus stossen, denn ich bynn vom hymel komen, nicht das ich meynen willen thu, sondern des, der mich gesand hat, Das ist aber der wille des vatters der mich gesand hatt, das ich nichts verliere von allem das er myr geben hatt, ßondern das ichs auff erwecke am iungsten tag, Das ist aber der wille des, der mich gesand hatt, das, wer den son sihet vnd glewbet an yhn, habe das ewige leben, vnnd ich werd yhn aufferwecken am iungsten tage.
Da murreten die Juden, daruber, das er sagete, Jch byn das brod das vom hymel komen ist, vnnd sprachen, ist diser nicht Jhesus Josephs son, des vater vnd mutter wyr kennen? wie spricht er denn, ich bynn vom hymel komen? Jhesus antwort vnd sprach zu yhn, murret nicht vnternander, Es kan niemandt zu myr komen, es sey denn, [ 147] das yhn zihe der vatter der mich gesand hat, vnnd ich werde yhn auff erwecken am iungsten tage, Es ist geschrieben ynn den propheten, Jsaia. 54. sie werden alle von Gott geleret, wer es nu horet von meynem vatter vnd lernets, der kompt zu myr, Nicht das ymant den vater habe gesehen, on der vom vater ist, der hat den vater gesehen.
Warlich warlich ich sage euch, wer an mich glewbet, der hatt das ewige leben, Jch byn das brod des lebens, Exodi. 16 Ewre veter haben hymel brod gessen ynn der wusten, vnd sind gestorben, Dis ist das brod, das vom hymel kompt, auff das, wer dauon isset, nit sterbe, Jch byn das lebendige brod, vom hymel komen, wer von disem brod essen wirt, der wirt leben ynn ewickeyt, vnnd das brod, das ich geben werde, ist meyn fleysch, wilchs ich geben werde fur das leben der wellt. Da zanckten die Juden vnternander vnnd sprachen, wie kan diser vns seyn fleysch zu essen geben?
Jhesus sprach zu yhn, warlich warlich sage ich euch, werdet yhr nit essen vom fleysch des menschen sons, vnd trincken von seynem blutt, so habt yhr keyn leben ynn euch, Dis Capitel, redet nit vom sacrament des brods vnnd weyns, sondern vom geystlichen essen, das ist, glewben das Christus Gott vndd mensch seyn blutt fur vnns gossen hatt.
Wer von meynem fleysch isset vnnd trincket von meynem blutt, der hatt das ewige leben, vnd ich werde yhn am iungsten tage auff erwecken, denn meyn fleysch ist die rechte speyße, vnnd meyn blutt ist der rechte tranck, wer von meynem fleysch isset vnd trincket von meynem blut, der bleybet ynn myr, vnd ich ynn yhm, wie mich gesand hat der lebendige vatter, vnd ich lebe vmb des vatters willen, Also der von myr isset, der selbe wirt auch leben vmb meynen willen, Dis ist [ 352] das brod, das vom hymel komen ist, Nicht wie ewre veter haben hymel brod gessen, vnd sind gestorben, wer von disem brod isset, der wirt leben ynn ewigkeyt.
Solchs saget er ynn der schule, da er lerete zu Capernaum, Viel nu seyner iunger, die das hortten, sprachen, das ist eyn harte rede, wer kan sie horen? Da Jhesus aber bey sich selbs mercket, das seyne iunger daruber murreten, sprach er zu yhn, Ergert euch das? (wie) Ergert euch das ich itzt rede auff erden, was will denn werden wenn ich vom hymel regirn werde, vnnd die wort volfuren vnd dreyn greyffen werde? wie? wenn yhr denn sehen werdet des menschen son auff faren da hyn, da er vor war?
Der geyst ists, der do lebendig macht, das fleysch ist keyn nutz, Die wort die ich rede, die sind geyst vnd sind leben, aber es sind etlich vnter euch, die glawben nicht, denn Jhesus wuste von anfang wol, wilche nicht glewbend waren, vnd wilcher yhn verrathen wurde, vnd er sprach, darumb hab ich euch gesaget, Niemant kan zu myr komen, es sey yhm denn von meynem vatter geben. Von dem an giengen seyner iunger viel hynder sich, vnd wandellten fort nit mehr mit yhm, da sprach Jhesus zu den zwelffen, wolt yhr auch weg gehen?
Da antwort Simon Petrus, Herre, wo hyn sollen wyr gehen? du hast wort des ewigen lebens, vnd wyr haben glewbt vnd erkandt, das du bist Christus der son des lebendigen Gottis, Jhesus antwort yhn, Hab ich nicht zwelffe erwelet? vnnd ewer eyner ist eyn teuffel, Er redet aber von dem Juda Simon Jscharioth der selb verrhiet yhn hernach, vnd war der zwelffen eyner. [ 148] Das